Zeitung Heute : Mehr Freiheit für eigene Wege Gutachter bescheinigen der

Der Tagesspiegel

Vier Jahre lang währte das Experiment, mit vorläufig gutem Ende: Eine Gutachtergruppe hat der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft (FHTW) bescheinigt, die Reformen ihres Leitungsmodells, der Organisationsstrukturen und der Verteilung der Finanzen innerhalb der Hochschule erfolgreich umgesetzt zu haben. „Wir hoffen nun, dass die FHTW unsere kritischen Anmerkungen aufnimmt und in eine neue Reformsatzung einfließen lässt“, sagte Jürgen Ederleh auf der jüngsten Sitzung des FHTW-Kuratoriums. Der Chef der Hochschul-Informations-System GmbH in Hannover leitete die Gutachtergruppe. „Auch der Gesetzgeber sollte die Anregungen aus den Reformen aufnehmen und in die anstehende Novelle des Berliner Hochschulgesetzes einarbeiten.“

Ederleh sprach sich dafür aus, den Hochschulen künftig breiteren Spielraum für eigene Wege in der Selbstverwaltung zu geben. Peer Pasternack, Staatssekretär für Wissenschaft, sagte dazu: „Wir haben ohnehin vor, uns künftig auf ministerielle Aufgaben zu beschränken.“ Er stellte in Aussicht, dass sich Wissenschaftssenator Thomas Flierl (PDS) und sein Staatssekretär aus den Kuratorien der Berliner Hochschulen zurückziehen wollen. Per Satzung ist der Senator auch Vorsitzender des FHTW-Kuratoriums.

Die „Erprobungsklausel“ im Berliner Hochschulgesetz ist bis zum September 2002 begrenzt. Die FHTW beispielsweise hatte sich eine kollektive Leitung gegeben. Der Präsident, zwei Vizepräsidenten und der Kanzler führten die Geschicke der Fachhochschule als Team. Dieser kollektiven Leitung steht der Akademische Senat als kontrollierende Legislative gegenüber. Zudem holte sich die FHTW externen Sachverstand zu Hilfe. In einem Reformkuratorium saßen unter anderem Norbert Bensel von debis, Britta Steilmann von der Sustainable Development GmbH, die Hamburger Unternehmensberaterin Karin Tondorf und Klaus-Dieter Kühbacher, der Präsident der Landeszentralbank Berlin und Brandenburg. Dieses Kuratorium war für die strategischen Entscheidungen verantwortlich. Zugleich stellte die Hochschule ihre Budgets auf kaufmännische Rechnungsführung um. „Dadurch waren wir in der Lage, den tatsächlichen Aufwand zu analysieren“, sagte Holger Langkutsch, der Kanzler der Hochschule. Zwischen den fünf Fachbereichen der Hochschule und der zentralen Leitung bestehen Zielvereinbarungen, wie sie beispielsweise auch zwischen den Berliner Hochschulen und dem Senat in den so genannten Hochschulverträgen ausgehandelt wurden. Heiko Schwarzburger

Der Bericht der Gutachterkommission ist in der Pressestelle der FHTW erhältlich. Telefon: 030/5019-2442, Fax: 030/5019-2250 oder per E-Mail: g.huettinger@fhtw-berlin.de

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