Zeitung Heute : Mehr Schutz vor 0190-Anbietern Regierung legt neuen Entwurf vor

Kurt Sagatz

So mancher High-Speed-Internetzugang kann teuer werden. Vor allem wenn dazu wissentlich oder unbemerkt eine überteuerte 0190- oder 0900-Nummer gewählt wird. Häufig sind es dann die Gerichte, die entscheiden müssen, ob die horrenden Telefonrechnungen zu Recht erhoben wurden oder aber nicht. Auch die Bundesregierung hat erkannt, dass bei diesen so genannten „Mehrwertdiensten“ weiterhin Handlungsbedarf besteht. Die rot-grüne Koalition hat darum jetzt beschlossen, die Regelungen zum Schutze der Verbraucher zu erweitern: Nummernkombinationen, die ausschließlich für diese Wählprogramme (Dialer) zur Verfügung stehen, sollen in Zukunft direkt gesperrt werden können. Dies teilte die Pressestelle des Bundestages jetzt mit.

Erst einmal sind dafür jedoch eindeutige Einwahlnummern nötig. Derzeit nutzen die Dialer die gleichen Nummernbereiche, die auch von seriösen Diensten eingesetzt werden. Der Entwurf der Regierung sieht darum vor, dass die Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation hierfür einen gesonderten Nummernbereich bereitstellt. Diese Nummern könnten dann über die jeweilige Telefongesellschaft gesperrt werden. Wie die Bundestagspressestelle weiter mitteilte, will das Parlament die erweiterten Regelungen noch in dieser Woche beschließen. In dem Entwurf wird darüber hinaus festgelegt, dass pro Verbindung maximal drei Euro berechnet werden dürfen. Nach maximal einer Stunde muss die Verbindung gekappt werden. Die Anbieter der Mehrwertdienste sollen zudem verpflichtet werden, die Verbraucher vor dem Zustandekommen der Verbindung über die genauen Kosten zu informieren. Rechtsstreitigkeiten sollen zudem dadurch vereinfacht werden, dass die Regulierungsbehörde eine Liste mit Namen und Anschriften der Anbieter führt und darüber Auskunft gibt.

Wer nicht bis dahin warten will, kann mit speziellen Programmen verhindern, dass der Computer unbemerkt teure Mehrwertdienste anwählt. Unterschieden wird in zwei Arten von Programmen. Zum einen sind das Tools, die die Wählprogramme auf der Festplatte auffinden und entfernen. Zum anderen überwachen die Programme das so genannte DFÜ-Netzwerk des Windows- Rechners und verhindern so, dass die gesperrten Nummern angewählt werden. Da jedoch einige Provider wie AOL und T-Online mit 019 beginnen, müssen diese Nummern speziell aktiviert werden. Auch in einigen Telefonanlagen lassen sich die Rufnummern über die entsprechenden Vorwahlen (0190, 0900) direkt sperren.

Mehr zum Thema:

www.dialerschutz.de

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