Zeitung Heute : "Mehr Transparenz unmöglich"

JOSEPH BLATTER ÜBER SEINE PLÄNE,SEIN

FRAGE: Herr Blatter, was empfinden Sie nach ihrer Wahl?

JOSEPH S.BLATTER: Eine tiefe Befriedigung.Es ist für mich ein großes Glück, der FIFA weiter dienen zu können.Nach 23 Jahren hauptberuflicher Arbeit für den Weltverband wäre eine Niederlage doch ein ziemlich abruptes Ende gewesen.

FRAGE: Was werden Ihre ersten Tätigkeiten sein?

BLATTER: Wir haben zahlreiche Probleme zu regeln.Wir müssen schnellere Entscheidungen treffen und die Kommunikationsstrukturen verbessern.Ich möchte jährlich einen Kongreß abhalten.Und ich möchte aus dem Exekutiv-Komitee ein sechsköpfiges Gremium wählen, in dem jede Konföderation vertreten ist, und das sich ein Mal im Monat trifft.

FRAGE: In dem Exekutiv-Komitee wird ihr Gegenkandidat Johansson sitzen, der weiter UEFA-Präsident bleibt.Sind da nicht Konflikte programmiert?

BLATTER: Johansson hat bei der Wahl gezeigt, daß er Größe hat.Es wird keine Probleme geben.Ich will den Fußball einigen.

FRAGE: Es heißt, daß Sie die Weltmeisterschaft 2006 nach Afrika vergeben wollen.Sollen England und Deutschland ihre Bemühungen um die Austragung einstellen?

BLATTER: Ich finde es normal, die Afrikaner dafür zu entschädigen, was sie für Europa getan haben.Doch ist ja nicht garantiert, daß Marokko, Ägypten, Nigeria oder Südafrika die Bedingungen aus dem Pflichtenheft erfüllen.Deshalb sollten England, Deutschland, Argentinien und Brasilien ihre Bemühungen nicht einstellen.

FRAGE: Herr Johansson hat schon seit langem mehr Transparenz in der FIFA verlangt.Werden Sie dieser Forderung ihres gescheiterten Gegenkandidaten nachkommen?

BLATTER: Die Transparenz bei uns ist bereits selbstverständlich.Wir veröffentlichen jeden Monat ein Bulletin, der Finanzbericht hat allen, auch den Medien, vorgelegen, die WM-Verträge sind einschließlich der Summen bekannt.Was ist noch mehr möglich?

FRAGE: Was wird aus ihrem Wahlhelfer Michel Platini?

BLATTER: Er kümmert sich jetzt erst einmal als Ko-Präsident des französischen Organisations-Komitees um die Weltmeisterschaft.Ich denke, daß er dann ab Oktober etwa als Sportdirektor bei der FIFA anfangen kann.Er wird sich um Spieler, Trainer, Schiedsrichter, Mediziner kümmern.

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