Zeitung Heute : Mehr weibliche Nutzer als angenommen

ALEXANDER KÖNIGS

Online-Studie der ARD kommt auf einen überraschenden Frauenanteil im Internet von 27 ProzentVON ALEXANDER KÖNIGSMit der Erfindung des Fernsehens ging es mit dem Radio bergab.Warum noch im eigen Kopf Bilder entwerfen und Hörspielen folgen, wo doch das Fernsehen die Arbeit übernehmen und Hirngespinste effektvoll umsetzen konnte.Was aber wird, so fragen sich Medienmogule und -Funktionäre neuerdings, die Netzrevolution mit dem Fernsehen anstellen? Es verdrängen, oder nur ergänzen? Eine nicht nur sozialwissenschaftlich interessante Frage.Stehen doch riesige Finanzimperien hinter den Sendern.Diese haben einstweilen beschlossen, das "neue" Medium anzunehmen. Vor dem Hintergrund aktueller empirischer Studien, die bei Nutzern von Online-Diensten und Internet einen gesunkenen Fernsehkonsum konstatieren, wollte man es genau wissen: Wer ist eigentlich dieser Onlinenutzer, welches Alter und Geschlecht hat er, wieviele gibt es und vor allen Dingen wie wirkt sich die Nutzung von Online-Medien auf den Konsum herkömmlicher Medien aus? Die Arbeitsgruppe ARD Multimedia und die Medienforschung von vier ARD-Anstalten wurden mit der Erstellung einer Studie über bundesdeutsche Onlinenutzer beauftragt.Unter dem Titel "ARD-Online-Studie 1997" haben die Autoren Birgit van Eimeren, Ekkehardt Oehmichen und Christian Schröter nun ihre Analysen veröffentlicht. Die Ergebnisse sind nur zum Teil überraschend, haben aber erstmals eine solide Datenbasis, da die Erhebung repräsentativ durchgeführt wurde.Im Gegensatz zu vielen Onscreen-Umfragen, die über das Netz versuchen, demographische und andere Daten der Netizens zu erheben, und deswegen viele methodische Mängel aufweisen, wurden die ARD-Daten mit herkömmlichen Umfragen erhoben.Das Datenmaterial stammt aus den Trenduntersuchungen, die im Auftrag der ARD-Anstalten regelmäßig durchgeführt werden.Aus rund 100 000 Interviews wurde mittels mehrer Filterfragen wie "Nutzen sie selbst zumindest gelegentlich irgendwelche Online-Dienste oder das Internet, egal ob zu Hause oder am Arbeitsplatz, an der Universität oder Schule?" ermittelt, daß rund 6,5 Prozent oder 4,11 Millionen aller erwachsenen Bundesbürger (ab 14 Jahre) Onlinenutzer sind.Mit diesem Ergebnis liegen die Forscher deutlich über den Angaben der Burda-Studie "Typologie der Wünsche 97/98" vom Oktober diesen Jahres, die 3,75 Millionen Onlinenutzer in Deutschland festgestellt hat. Aus der Grundgesamtheit zogen die Forscher der ARD-Studie eine repräsentative Stichprobe von 1003 Personen, denen sodann Löcher in den Bauch gefragt wurden.Die soziodemographischen Daten bestätigen, daß das Netz ein Tummelplatz für besser gebildete, männliche Berufstätige ist.Auffällig ist aber der mit 27 Prozent relativ hohe Anteil an Frauen im Netz.Diese Zahlen stimmen in etwa mit der Burda-Studie überein, die sogar 31,7 Prozent Frauen zählt.Die

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