Mein Abenteuer : Work and Travel in Down Under

Ob aus Reiselust, Fernweh oder Sorge vor einer ungewissen Zukunft: Jedes Jahr entscheiden sich tausende junger Deutscher, nach der Schule erst einmal die Welt zu erkunden. Australien ist dabei besonders beliebt. Ein Backpacker erzählt.

Johannes von Bülow

Die Entscheidung, nach meinem Abitur in dieses aufregende Land am anderen Ende der Erde zu reisen, habe ich nie bereut – im Gegenteil. Die Umsetzung scheiterte allerdings zunächst am Geld. Und auch nach meiner Ankunft machte ich schnell Bekanntschaft mit dem größten Feind des Backpackers: leere Taschen.

Auf meiner Suche nach einem geeigneten Job stieß ich auf eine Reihe von Angeboten. Trotzdem war der passende Arbeitsplatz erst nach vielen erfolglosen Telefongesprächen und einigen ernüchternden Jobinterviews gefunden. Von nun an hantierte ich unter der brennenden Sonne Australiens drei Monate lang mit allerlei Äpfeln, Zucchinis und Paprikas, um auf Farmen die Geldreserven nach und nach wieder aufzufüllen. Wohnen konnte ich in einem Hostel für Farmarbeiter, in dem Backpacker aus der ganzen Welt eine wunderbare Gemeinschaft bildeten. Mit dem von den Australiern übernommenen Motto „Arbeiten um zu leben, nicht leben um zu arbeiten“ machte ich mich täglich auf den Weg zu meinem Einsatz, um am Ende mit einer gut gefüllten Reisekasse und zwei großartigen Mitreisenden im Schlepptau aufzubrechen.

Nach der langen Zeit auf der Farm war das wie eine große Befreiung. Wir genossen jede Minute, die wir weiter in uns unbekannte Teile des Landes vordrangen. Verlassenes, ausgedörrtes Outback, wild wuchernder Dschungel, einsame Strände, glitzernde Metropolen und Begegnungen mit Wildtieren: Diese Mischung machte die Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis. Natürlich kam es auch immer mal wieder zu Misserfolgen oder Enttäuschungen. Aber gerade weil man in diesen Momenten alleine eine Lösung finden muss, kommt jeder Backpacker wie ein neuer Mensch und mit einem dicken Paket Selbstvertrauen wieder zurück nach Hause. Zurück aus seinem ganz persönlichen Abenteuer.

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