Mein KUNSTSTÜCK : Im Eisberg der Titanic

von

Nah am Nichts, so lässt sich am ehesten beschreiben, was Kuratorin Christine Nippe in ihrer Gruppenausstellung „Hardly anything“ zeigen will. Diese dünne Linie, an der etwas gerade noch sichtbar ist, das dicke Ende aber wie ein Eisberg unter Wasser treibt – ohne geistigen Tauchgang bleibt alles flach. Gleich am Eingang der Galerie upstairs hängt so ein Brocken. Es sind die Reste eines Blatts Papier, das Maria Eichhorn an der Wand befestigt und so abgerissen hat, dass nur die Ecken bleiben. Sie rahmen eine Leerstelle, die Platz lässt für eigene Bilder im Kopf. Oder für die Information, dass dieses vorsichtige Reißen drei Nachmittage verschlungen hat.

Der Raum ist gefüllt mit solchen Auslassungen und Abstraktionen. Tatiana Echeverri Fernandez schneidet die Möbel aus jenen Auktionskatalogen, die Grundlage ihrer Collagen sind. Jorinde Voigt lässt Menschen zu Stelen werden, Natalie Czech macht statt der Schätze in Museumsdepots den Staub sichtbar. Und Martin Hoener neutralisiert seine Gemälde nach großen Vorbildern, weil er gern noch mal von vorn anfangen würde. Obwohl er weiß, dass so etwas bloß theoretisch möglich ist.

Galerie upstairs,

Zimmerstr. 90/91, Kreuzberg,

bis Sa 16.1., Mi-Sa 11-18 Uhr

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