Mein KUNSTSTÜCK : Sag mal Aah!

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Wie tritt man der Welt gegenüber? Es ist doch immer der Körper, mit dem man sich in die Wirklichkeit stellt. Füße unten (meistens), Kopf hoch, Augen auf, Nase in den Wind. Und dann los.

Eine Ausstellung mit dem schönen Namen Eine amerikanische Körperöffnung im Kunstraum arttransponder versteht den Leib als Metapher. Und interessiert sich für Körpergrenzen als Orte, an denen das Ich mit der Welt zusammenfließt. „Wir zeigen nicht mit nackten Fingern – wir stecken sie uns in den Arsch“: Die acht internationalen Künstler rund um den Amerikaner Rajkamal Kahlon meinen das nicht zotig. Sie verstehen den Körper als Ort, an dem gesellschaftlicher und politischer Austausch stattfindet. Beispiel: Ein Gemälde zeigt ein aufgeschlagenes Buch, ein Tagebuch vielleicht. Links ein Stadtplan von Paris, rechts ein Text, der den Besuch einer Frau 1985 in Ost-Berlin beschreibt, und die Sehnsucht eines eingemauerten Ostberliners nach der fernen, unerreichbaren Stadt. Im Hintergrund sitzt ein Paar auf dem Bett, fast nackt, das Buch in Händen. Die beiden lesen, träumen. Von Grenzüberschreitungen. Aber nicht von Sex.

arttransponder, Brunnenstr. 151, Mitte, bis Sa 30.1., Do 12-17 Uhr, Fr/Sa 14-19 Uhr

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