Zeitung Heute : MELODRAM

Das Labyrinth der Wörter

von

Gérard Depardieu ist nun einmal ein grober Klotz. Versuche, dem gewaltigen Franzosen Zartheit und Seele anzudichten, misslingen daher oft: „Das Labyrinth der Wörter“ heißt einer davon. Inszeniert hat Jean Becker die Adaption eines Romans der Vielschreiberin Marie-Sabine Roger. Der Film ist ganz auf den physischen Gegensatz von Depardieu und seiner Partnerin Gisèle Casadesus, eine winzige, schmale, zarte Neunzigerin, konzentriert. Die beiden treffen sich im Park, freunden sich an, schon bald bringt die ehemalige Lehrerin dem Analphabeten das Lesen bei – und damit eröffnet sie ihm – oha! – eine ganz neue Welt. Das soziale Umfeld besteht aus den liebenswürdig-skurrilen Stammgästen eines Bistros und den Verwandten beider Protagonisten, und alles, aber wirklich alles kommt genau so, wie man es erwartet, sogar das milde Spätsommerlicht. Vorhersehbar.Daniela Sannwald



F 2010, 94 Min., R: Jean Becker, D: Gérard Depardieu, Gisèle Casadesus, Patrick Bouchitey

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