Zeitung Heute : Menschlichkeit im Feld Die Genfer Konvention

und ihre Ursprünge

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Die Genfer Abkommen beruhen auf einer Konvention von 1864 zur Verbesserung des Loses der verwundeten Soldaten der Armeen im Feld. Diese wurde 1906 neu gefasst. Im Haager Abkommen von 1899 und 1907 wurden die Bestimmungen auch auf den Seekrieg ausgeweitet. Erst nach dem Ersten Weltkrieg, 1929, wurde die Genfer Konvention zum Schutz von Kriegsgefangenen unterzeichnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg, folgten 1949 die vier Genfer Abkommen zum Schutze der Kriegsopfer und später ergänzende Zusatzprotokolle. Die meisten Staaten haben die Konvention anerkannt.

Kriegsgefangener ist demnach jeder, der als Mitglied der Streitkräfte eines Landes gefangen genommen wird. Aber auch solche Kämpfer, die nicht in staatliche Truppen eingegliedert sind, können den Status von Kriegsgefangenen erhalten. Wenn sie als Soldaten identifizierbar sind und in einer Einheit operieren, die internationale Kriegsregeln anerkennt.

Über die Behandlung von Kriegsgefangenen heißt es: „Die Kriegsgefangenen sind jederzeit mit Menschlichkeit zu behandeln.“

Jede unerlaubte Handlung oder Unterlassung seitens des Gewahrsamsstaates, die den Tod oder eine schwere Gefährdung der Gesundheit eines in ihrem Gewahrsam befindlichen Kriegsgefangenen zur Folge hat, ist verboten und als schwere Verletzung des Abkommens zu betrachten.

Insbesondere dürfen keine Körperverstümmelungen, medizinische oder wissenschaftliche Versuche vorgenommen werden, die nicht durch die ärztliche Behandlung gerechtfertigt sind und nicht in seinem Interesse liegen.

Die Kriegsgefangenen müssen jederzeit geschützt werden, namentlich auch vor Gewalttätigkeit oder Einschüchterung, Beleidigungen und der öffentlichen Neugier. Vergeltungsmaßnahmen sind verboten.

Die Kriegsgefangenen haben Anspruch auf Achtung ihrer Person und ihrer Ehre. Frauen und Männer müssen gleich behandelt werden.

Der Staat, der die Soldaten gefangen hält, muss unentgeltlich für deren Unterhalt und ärztliche Versorgung aufkommen. Die Unterbringung muss der der eigenen Truppen im gleichen Gebiet entsprechen.

Die Gefangenen müssen außer Gefahr gebracht werden.

Persönliche Gegenstände – außer Waffen – dürfen nicht weggenommen werden.Tsp

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