Zeitung Heute : "Mentale Erneuerung" tut not

Der SPD-Kanzlerkandidat Gerhard Schröder hat eine "mentale Erneuerung" bei dem Umgang mit neuen Technologien in Deutschland gefordert.Notwendig sei eine "Veränderung in den Köpfen", betonte Schröder am Dienstag auf dem Medienforum in Köln.Es gehe ihm hierbei nicht um die "Verordnung eines neuen Glaubensbekenntnisses" für die Deutschen im Sinne einer "Anbetung" von Technik.Man sollte sich aber bei neuen Entwicklungen immer zunächst mit deren Chancen und erst dann mit den Risiken auseinandersetzen.

Schröder rief insbesondere zu mehr Mut und Innovationsbereitschaft in der Schlüsselbranche Medien und Kommunikation auf.Diese Entwicklung müsse vom Staat aktiv unterstützt und befördert werden.Der SPD-Kanzlerkandidat unterstrich, Deutschland müsse mit mehr Phantasie und Selbstvertrauen, aber ohne naiven Zukunftsoptimismus verstärkt neue Produkte schaffen.Man sollte nicht nur über den "Ruck", der durch Deutschland gehen müsse, reden, sondern müsse "ihn auch machen".

Schröder zeigte sich zugleich zuversichtlich, daß Westeuropa die "ungeheure Dynamik" der amerikanischen Wirtschaft übernehmen könne, ohne seine "überlegenen sozialen Strukturen preiszugeben".Es gehe nicht um "pauschale Huldigung, sondern um präzise Analyse".Der SPD-Kanzlerkandidat mahnte, Deutschland dürfe ein weiteres Zurückfallen in wirtschaftlichen "Zukunftsfeldern" nicht zulassen.Ziel müsse vielmehr sein, im globalen Wettbewerb Spitzenpositionen zurückzugewinnen.Dies gelte nicht nur für den Bereich Medien und Kommunikation, sondern auch für die Biotechnologie.

Der SPD-Kanzlerkandidat verwies ferner darauf, daß es eine Zunahme von Telearbeitsplätzen geben werde.Auch dieser Trend dürfe nicht "diffamiert" werden, sondern müsse positiv aufgenommen und gestaltet werden.

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben