Zeitung Heute : Merkel fordert Ende des Streits um Dioxinfutter

Berlin - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Streit zwischen Agrarministerin Ilse Aigner (CSU) und Niedersachsen im Dioxinskandal zur Chefsache gemacht. Die Kanzlerin telefonierte mit Aigner und mit Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU), nachdem beide aneinandergeraten waren. Nun solle wieder „die Sacharbeit im Vordergrund“ stehen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Es sei entscheidend, im Verbraucherinteresse die notwendigen Entscheidungen zu treffen.

 Merkel stellte sich indirekt hinter Aigners Kritik. Aigner hatte kritisiert, dass sie bei einem Besuch in Niedersachsen am Freitag nicht über die Ausweitung des Dioxinskandals informiert worden sei. Weil ein Futterhersteller Lieferdaten verschwiegen haben soll, mussten hunderte Höfe neu gesperrt werden. Aigner hatte von Ministerpräsident David McAllister (CDU) personelle Konsequenzen gefordert und ihm ein Ultimatum gestellt, das verstrich. Seibert sagte, es müsse geklärt werden, warum Aigner am Freitag Informationen über weitere betroffene Höfe nicht vorgelegen hätten. Niedersachsen gab eine Kommunikationspanne zu: Agrarstaatssekretär Friedrich-Otto Ripke hat doch früher von einer zu erwartenden Sperrung zusätzlicher Betriebe erfahren.

In Niedersachsen und Sachsen-Anhalt wurde Viehfutter entdeckt, das mit dem für Nutztiere verbotenen Antibiotikum Chloramphenicol verunreinigt war. Die Ware stammte von einem chinesischen Hersteller. Risiken für Menschen gebe es nicht, hieß es. dpa

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