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MERKEL ÜBER GAUCK : „Sie sind ein Demokratielehrer“

21.02.2012 00:00 Uhr
Merkel Foto: dpaBild vergrößern
Merkel - Foto: dpa

Am 21. Februar 2010 konnte Bundeskanzlerin Angela Merkel schon mal üben für ihre Würdigung des wahrscheinlich nächsten Bundespräsidenten. An jenem Tag hielt sie aus Anlass des bevorstehenden 70. Geburtstages von Joachim Gauck eine Rede. Dass sie zwei Jahre später bei der Suche nach einem Bundespräsidenten-Kandidaten diesen Mann zunächst nicht wollte, will man angesichts ihrer damaligen Äußerungen gar nicht glauben:

„... Weil Joachim Gauck so eine

spannende Persönlichkeit ist, sage ich natürlich aus vollem Herzen, dass ich ihm gerne meine Reverenz erweise, denn er hat sich in herausragender und auch in unverwechselbarer Weise um unser Land verdient gemacht – als Bürgerrechtler, politischer Aufklärer und Freiheitsdenker, als Versöhner und Einheitsstifter in unserem jetzt gemeinsamen Land sowie als Mahner und Aufarbeiter des SED-Unrechts und damit auch als ein Mann, der immer wieder an historische Verantwortung erinnert.

Welche Facette man auch hervorhebt, immer spiegelt sich das Fundament unserer Gesellschaft wider: Einigkeit in Recht und Freiheit ...

Dieser Freiheitssinn ist früh geschärft worden, wohl vor allem durch ein prägendes Erlebnis: die Verhaftung des Vaters 1951 durch die sowjetische Geheimpolizei und die anschließende Haft in der Sowjetunion ... So ergab sich auch früh eine Ferne zum System in der ehemaligen DDR ...

Den Kern der Freiheit haben Sie ... einmal folgendermaßen umschrieben: ’Wer nicht lebt, was er als Möglichkeiten, die in ihm angelegt sind, leben könnte, wer sich so die Vollmacht aus den Händen seines Lebens nehmen lässt, jene Vollmacht, die aus Verantwortung erwächst, der erlaubt sich nicht, zu einer Fülle des Lebens zu gelangen, die ihm möglich ist und die wir alle brauchen.’ ...

Damit haben Sie indirekt im Grunde das gesagt, worunter zumindest ich persönlich in der ehemaligen DDR so gelitten habe: dass man niemals an die Grenzen der eigenen Möglichkeiten kommen konnte. Das hatte den schrecklichen Nebeneffekt, dass, wenn man den Eindruck hatte, man hätte noch weiter gehen können, sich vorher aber der Staat dazwischengeschoben hat, man dann nach vielen Jahren dazu neigte, sich selbst besser zu finden, als man eigentlich war, weil man ja immer als Entschuldigung den Staat vorschieben konnte ...

Sie sind Mahner, Sie sind ein richtiger Demokratielehrer. Sie halten die Erinnerung an die DDR und ihr Unrechtssystem wach. Sie werben immer wieder für Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ...

Weil wir immer wieder Debatten brauchen, weil wir uns immer wieder miteinander austauschen müssen, ist es so gut, dass wir Sie, Herr Gauck, haben. Denn Sie legen den Finger in die Wunde, wenn Sie eine Wunde sehen, aber Sie können auch Optimist sein und sagen: Es geht voran. Beides brauchen wir. Danke, dass es Sie gibt. Danke, dass Sie weiter da sind ...“ Tsp

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