Zeitung Heute : Microsoft Office wird polyglott

PETER ZSCHUNKE (AP)

In wenigen Monaten bringt Microsoft eine neue Ausgabe seines Office-Pakets heraus: Office 2000 bietet gegenüber dem vor zwei Jahren eingeführten Vorgänger eine Fülle von Verbesserungen im Detail.Vereinfacht wird vor allem die Arbeit mit mehreren Dokumenten, der Umgang mit Texten in verschiedenen Sprachen und Veröffentlichungen im Internet.Die kürzlich vorgelegte Testversion (Beta 2) zeigt, daß Office 2000 vor allem Vorteile für Unternehmen bietet.

Von der Überarbeitung profitieren aber auch Privatanwender, die Textverarbeitung (Word), Tabellenkalkulation (Excel), E-Mail und Planungssoftware (Outlook) intensiv nutzen.Die beste Neuerung ist zugleich die einfachste: Endlich werden mehrere geöffnete Dateien in der Taskleiste am unteren Bildschirmrand angezeigt, so daß schnell zwischen den verschiedenen Dokumenten hin- und hergesprungen werden kann.Und mit einem Doppelklick kann der Cursor jetzt an einer beliebigen Stelle des Arbeitsfensters plaziert werden.Gewonnen hat auch die Zwischenablage: Hier können jetzt bis zu zwölf verschiedene Inhalte gestapelt und bei Bedarf einzeln abgerufen werden können.Ein kleines Fenster hält die ausgeschnittenen oder kopierten Inhalte für das Einfügen in andere Dokumente bereit.

Wer sich an "Karl Klammer" und seine Kollegen aus der Familie der Hilfe-Assistenten gewöhnt hat, wird es schätzen, daß die digitalen Helfer nicht mehr an ein Fenster gefesselt sind, sondern frei an eine unauffällige Stelle verschoben werden können.Der Assistent beobachtet das Verhalten des Anwenders und trifft dann seine Schlußfolgerungen: Nach wiederholtem Weg-Klicken des Zwischenablagefensters konstatiert der Assistent: "Es scheint, daß sie nicht wünschen, daß die Symbolleiste der Zwischenablage selbständig erscheint" - und schaltet sie kurzerhand ab.

Neben solchen praktischen Erleichterungen unterstützen die neuen Office-Programme die Arbeit in verschiedenen Sprachen: Die Rechtschreibkontrolle beschwert sich nicht mehr mit roten Zickzack-Linien, wenn nach dem deutschen Text ein englischer oder französischer Brief geschrieben wird.Auch die Bedienung des Programms über Menübefehle und Eingabemasken kann auf verschiedene Sprachen eingestellt werden.

Mit der wesentlich erweiterten Unterstützung für HTML, das Standardformat für Dokumente im Internet, schlägt Microsoft einen neuen Weg ein: Statt der immer neuen Weiterentwicklung sogenannter proprietärer Formate wie das doc-Format für Texte oder "xls" für Tabellen wird HTML jetzt als universelles Transportmittel für Dokumente aller Art eingesetzt.Web-Seiten - auch mit Frames (geteilte Bildschirmfenster) - werden von dem neuen Word sehr viel schneller dargestellt als in der Vorgängerversion Word 97.Kleine Änderungen einer Web-Seite sind damit in der Textverarbeitung ebenso einfach wie in dem HTML-Editor Frontpage - und die von Word erstellten HTML-Dokumente werden auch von Nicht-Microsoft-Software wie dem Netscape Navigator ohne Probleme angenommen.Die übrigen Dateiformate von Office 2000 entsprechen denen von Office 97.

Office 2000 soll bis zum Sommer in den Handel kommen.Bisher stehen nur die Preise in den USA fest: Die Standard-Ausgabe der Software für Windows 95/98/NT kostet 499 Dollar (865 Mark), das Update von einer früheren Version ist für 209 Dollar (362 Mark) zu haben.Neu ist die "Premium Edition" von Office, die einschließlich Frontpage und PhotoDraw zum Preis von 799 Dollar (1385 Mark) angeboten wird.Wer jetzt eine Office-97-Version kauft, bekommt das neue Paket nach Erscheinen für eine Bearbeitungsgebühr von 39 Mark zugeschickt.

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