Zeitung Heute : Mit Chancen

Aktionäre in der Zwickmühle

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Zerstört der Krieg alle Börsenhoffnungen? Viele glaubten, die Weltbörsen hätten das Schlimmste überstanden, als sie kurz vor den ersten abgefeuerten Raketen eine Kursrallye hinlegten. Von 2188 Punkten – einem historischen Tief – schoss der Dax in wenigen Tagen auf den Stand von 2731, das ist ein Plus von mehr als 540 Punkten oder fast 25 Prozent. Doch in der vergangenen Woche kam die Ernüchterung – zeitgleich mit negativen Nachrichten, dass der Krieg erheblich länger dauern werde als gedacht.

Was soll der verunsicherte Anleger tun? Vier Dinge kann er sich vor Augen führen. 1. Die alte Börsenweisheit „Kaufen, wenn die Kanonen donnern“ gilt in dieser Form nicht mehr, weil der Krieg zu große Risiken birgt. Ob nach dem Krieg ein Aufschwung folgt oder eine kriegsunabhängige Rezession, weiß niemand. 2. Die Börsen befinden sich seit drei Jahren in einem intakten Abwärtstrend. 3. Die Börsen haben den größten Teil ihrer mehrjährigen Abwärtsbewegung hinter sich. 4. Die Börsen beginnen einen nachhaltigen Aufschwung erfahrungsgemäß mindestens ein halbes Jahr vor Beginn einer nachhaltigen Konjunkturerholung.

Welche Schlussfolgerungen kann der Anleger daraus ziehen? Kurzfristig: Das Risiko, dass die Kurse in den nächsten Wochen noch einmal ein markantes Tief ausbilden, ist groß. Langfristig: Die Chance, dass der Dax in den nächsten Monaten Kurse über dem Freitagsschluss (2520 Punkte) sieht, ist auch groß. Geht der mehrjährige Abwärtstrend in den kommenden Monaten in einen mehrjährigen Aufwärtstrend über, ist ein Einstiegsniveau bei 2500 Punkten eine gute Ausgangslage. os

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