Zeitung Heute : Mit dem Mercedes 170 fing es an

21.12.2001 00:00 UhrVon ivd

Er hat sich längst eine Spitzenstellung unter den Limousinen in der oberen Mittelklasse erobert - der Mercedes-Benz der E-Klasse. Mit rund 200 000 Fahrzeugen pro Jahr eroberte die aktuelle Modellreihe einen weltweiten Marktanteil von durchschnittlich 24 Prozent. Allein in diesem Jahr entschieden sich im Segment der oberen Mittelklasse in Westeuropa rund 28 Prozent und in Deutschland sogar mehr als 37 Prozent für einen E-Klasse-Mercedes.

Begonnen hat diese Erfolgsgeschichte, die im nächsten Jahr mit einer neuen Generation der E-Klasse fortgesetzt werden soll, vor mehr als fünf Jahrzehnten. Damals wurde als erstes Nachkriegsmodell von 1947 an der Mercedes 170 gebaut - noch in jener klassischen Form, die bereits vor dem Zweiten Weltkrieg entwickelt worden und auch bereits gebaut worden war.

Abgelöst wurde der Mercedes 170 im Jahr 1953 durch den Mercedes 180 und 190 - dem ersten Mercedes mit Ponton-Karosserie. Er wurde zu einem für damalige Zeiten geradezu sensationellen Erfolgsmodell, von dem binnen neun Jahren mehr als 468 000 Einheiten gebaut wurden. Mit einigen scharfen Kanten statt der Rundungen rundum beim ersten Ponton-Mercedes trat 1961 der Heckflossen-Mercedes an - intern als Baureihe W 110 bezeichnet. Er brachte es bis 1968 auf eine Produktion von mehr als 628 000 Exemplaren.

Mit 1 919 000 Einheiten in nur acht Jahren auf fast die dreifache Produktionszahl brachte es der Heckflossen-Nachfolger "Strich-Acht" mit der internen Baureihen-Bezeichnung W 114/115, mit dem zugleich zwei neue Karosserieformen in dieser Klasse Einzug hielten - ein Coupé und eine Limousine mit langem Radstand. 1976 hatte man sich bei Mercedes endlich dazu durchgerungen, mit dem T-Modell der neuen Baureihe W 123 auch einen Kombi zu fertigen - eine längst überfällige Entscheidung, wie die großen Erfolge der seitdem gebauten T-Modelle beweisen.

Bis 1985 lief der W 123 vom Band - in insgesamt 2 697 000 Exemplaren. Mit dem Nachfolger - intern W 124 - wurde das Spektrum der Karosserien erneut erweitert. Denn 1991 wurde nach mehr als zwei Jahrzehnten Rückzug aus der Cabrio-Szene endlich wieder ein viersitziges Cabriolet aufgelegt. Und mit dieser Baureihe wurde dann auch der Begriff E-Klasse geboren - im Jahr 1993 in Verbindung mit einem Facelift dieser Modellreihe, die noch bis zum Jahr 1995 gebaut werden sollte und es auf eine Produktionszahl von 2 649 000 Fahrzeugen brachte.

Mit ihrem 1995 eingeführten Nachfolger gab es einen für eine so traditionsgebundene Marke wie Mercedes geradezu mutigen Sprung in eine neue Designphilosophie. Denn erstmals trat ein E-Klasse-Modell mit elliptischen Doppelscheinwerfern und einem coupxéähnlichen Heck an. Das Publikum akzeptierte diese neue Linie des intern W 210 genanntern Mercedes, der mit einer Fülle neuer technischer Details überraschte - von Sidebags, die allerdings keine Mercedes-Erfindung sind, sondern erstmals von Volvo eingeführt wurden, einen Regensensor und einen Luftgütesensor für die Klimatisierungs-Automatik bis hin zu der Ultraschall-Einparkhilfe Parktronic.

Wegweisend war zudem die Sicherheitsausstattung dieser Modelle, deren besonders wirksame Rückhaltesysteme seit 1995 auch über Gurtkraftbegrenzer verfügten und im Laufe der Modellpflege durch viele Neuentwicklungen wie zum Beispiel die 1999 als Serienausstattung eingeführte Fahrdynamikregelung ESP sowie die neu entwickelten Windowbags ergänzt wurden. Vorreiter im Bereich der Sicherheit waren allerdings schon frühere Generationen. So war nach ersten Ansätzen zur Verbesserung der passiven Sicherheit bereits beim Ponton-Mercedes ihre Nachfolger mit der Heckflosse das weltweit erste Auto in seiner Klasse mit der bei Mercedes-Benz entwickelten sicherheitskarosserie, die mit definierten Knautschzonen an Bug und Heck den Passagieren bei Kollisionen einen stabilen Überlebensraum sicherte.

Gebaut wird die E-Klasse im Stammwerk von DaimlerChrysler in Sindelfingen. Aber sie wird auch an sechs weiteren Standorten montiert, zu denen sie in ihre Einzelteile zerlegt in sogenannten CKD-Bausätzen gelangt. So begann bereits 1955 ein Montagewerk auf den Philippinen mit der Mercedes-Montage. Seit 1981 wird die E-Klasse in Indonesien montiert, seit 1993 in Malaysia, seit 1994 in Thailand, seit 1995 in Indien und seit 1997 in Ägypten. Die Gesamtproduktion der aktuellen E-Klasse seit Juni 1995 bis zum November 2001 erreichte mehr als 1,5 Millionen Exemplare.

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