Zeitung Heute : Mit femininem Schwung

Der Stuhl „date“ scheint unbequem – doch die Optik täuscht

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Oh Gott, kann man auf diesem Stuhl sitzen? Schon die schmale Rückenlehne lässt Schlimmstes befürchten, kein wohliges Zurücklehnen, nur schnelles BeSitzen des Stuhles, der auf seinen fragilen Stahlrohrbeinen zu schweben scheint? Aber irgend etwas muss doch Designer Olav Eldöy bewogen haben, dieses ungewöhnliche Möbel zu entwerfen, zumal noch für eine Firma wie Stokke , die bisher durch äußerst bequeme und ergonomische Sitzmöbel von sich reden gemacht hat?

Weiblichen Rundungen scheint Eldöy als Inspirationsquelle nicht abgeneigt zu sein, verheißt der Firmenprospekt von Stokke und von hinten betrachtet zeigt der Stuhl schon rasante Formen. Auch der lange Reißverschluss im Rücken darf nicht fehlen.

Wer ein „date“ mit „date“ macht – so heißt der Stuhl – ist verblüfft über den Komfort angesichts der fragilen Konstruktion. „date“ gibt nach, man bleibt beim Sitzen in Bewegung. Man lehnt sich zurück am Tisch und federt nach hinten, und nicht nur das, auch die Sitzfläche hebt sich vorne ein wenig. Stüzt man sich auf die Tischplatte, um seinem Gegenüber ganz nahe zu sein, wippt die Rückenlehne mit und die Sitzfläche gibt vorne nach. So wird langes Sitzen am Tisch abwechslungsreich, da man immer in Bewegung bleibt, ganz gleich, in welcher Position man sich gerade befindet. Auch die runde Sitzfläche sieht auf den ersten Blick recht minimalistisch aus, doch das täuscht. Man sitzt bequem und kann auch locker unorthodox sitzen, quer oder verkehrt herum, der Stuhl ist in jeder Position bequem.

Dreht man ihn um, bietet die Rückenlehne eine angenehme Stütze und mit verschränkten Armen wippt man gemütlich dösend vor sich hin.

Das Geheimnis von „date“ ist ein Glasfiberscharnier, das sich unter der Sitzfläche verbirgt und das unsichtbar das Wippen des Stuhles ermöglicht. Der Bezug ist Dank des Reißverschlusses leicht zu wechseln, sei es zur Reinigung oder sei es auch, um die Farbe zu ändern. Bezüge gibt es in Stoff und Leder in einer breiten Farbpalette.

Noch etwas macht „date“ attraktiv. Dank seiner femininen Formen und der Reduktion auf das zum Sitzen Nötigste nimmt er trotz seiner hohen Rückenlehne optisch wenig Platz weg, die Stühle fallen am Tisch kaum ins Gewicht, da die Rückenlehne so schmal ist. Ein Möbel, das gerade in kleinen Räumen optisch gut zur Wirkung kommt. R.B.

Weiteres im Internet:

www.stokke.com

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