Zeitung Heute : Mit Geduld Geld sparen

MARKUS VON RIMSCHA

Nicht jeder PC-Nutzer braucht immer das Neueste vom Neuen VON MARKUS VON RIMSCHA

Er ist schon fatal, der Preisverfall bei moderner Computerausstattung.Wer sich heute für viel Geld einen neuen Rechner oder ein aktuelles Programm kauft, sollte in der nächsten Zeit besser keine Werbung mehr lesen.Nur so läßt sich anscheinend die traurige Feststellung vermeiden, daß das eben noch brandneue und entsprechend teure Produkt schon längst wieder überholt ist und folglich nur noch einen Bruchteil des ehemals stolzen Preises kostet. Gerade der private Anwender kann sich hier jedoch geschickt aus der Affäre ziehen.Sowohl Hard- als auch Software veralten so schnell, daß es ohnehin illusorisch ist, immer auf dem aktuellsten Stand zu sein.Für nichtkommerzielle Benutzer ist dies auch gar nicht erforderlich.Die Lösung liegt auf der Hand.Man begnügt sich eben mit der zweitneuesten Variante.Einerseits reichen solche Komponenten für nicht allzu exotische Anwendungen problemlos aus, andererseits ist die Ersparnis enorm. Insbesondere im Software-Bereich ist die Liste der Beispiele lang, so ist der 3D-Action-Kracher Descent-II, einst über 100 DM teuer, beim Berliner DirectMedia-Versand mittlerweile für 40 DM zu haben.Allgemein ist Software kaum mehr verkäuflich, sobald eine neuere Version auf dem Markt ist.Topware, Vertreiber der wohlbekannten D-Info-CD, hat diese Marktlücke entdeckt und verkauft ältere Versionen der gängigen Programmiersprachen wie Borland C++ oder Pascal für 50 DM, während die aktuellen Ausgaben über das zehnfache kosten.Für den Profi selbstverständlich unbrauchbar, reicht diese Software dem Hobby-Programmierer meist aus.Leider ist es nicht immer gewährleistet, daß ältere Versionen überhaupt noch zu haben sind, so wünschenswert das manchmal wäre. Auch bei der Anschaffung neuer Hardware macht sich etwas Geduld meist bezahlt, besonders nach großen Messen wie der CeBIT.Während alle Augen auf das Neueste vom Neuen gerichtet sind, purzeln in kürzester Zeit die Preise für das, was vor einigen Monaten noch die erste Wahl war.Die neuen Flachbildschirme von Eizo oder Epsons Farb-Tintenstrahldrucker, der mit über 1000 Punkten pro Zoll fast fotoartige Ausdrucke liefert, setzen neue Maßstäbe - möglicherweise bald auch für die Preise früherer Modelle. Wer also nicht unbedingt darauf besteht, den allerletzten Schrei sein Eigen zu nennen, sollte mit dem Kauf warten, bis die erste Euphorie vorüber ist.Dies auch noch mit dem guten Gefühl, daß derjenige, der weder Kosten noch Mühen gescheut hat, sich die neueste Version zuzulegen, nach wenigen Monaten auch nur noch in der zweiten Reihe sitzt. Nebenbei reduziert sich so das Risiko, an unausgereifte Produkte zu geraten, die ohne ausreichende Testphasen auf den Markt geworfen wurden.Das ist von nicht zu unterschätzendem Wert, denn leider wird der Anwender immer häufiger, hauptsächlich bei Software, als letzte Testinstanz zur Fehlersuche mißbraucht.Oft ist erst das mehrfach überarbeitete Produkt sinnvoll verwendbar.

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