Zeitung Heute : Mit klassischem Ambiente Preisverleihung in der Komischen Oper

Petra Fischer

Die Quadriga ist umgezogen – freilich nicht das bronzene Original von Schadow auf dem Brandenburger Tor, sondern eine kunstvolle Neuinterpretation des weltbekannten Berlin-Symbols. Wenn am Tag der Deutschen Einheit zum dritten Mal vom „Verein Werkstatt Deutschland“ der für gesellschaftspolitisches Engagement seit 2003 ausgerichtete Preis „die quadriga“ verliehen wird, werden die kunstvollen Miniatur-Quadrigen als symbolische Dekoration des noch jungen Preises die Bühne der Komischen Oper in Berlin-Mitte schmücken.

Der Ablauf der Preisverleihung wird bewusst klassisch und schlicht gehalten. Statt überbordenden Glamours sind die Veranstalter um Zurückhaltung bemüht. Selbstverständlich wird es einen roten Teppich geben. Auch für eine inspirierende Lichtgestaltung ist gesorgt, die diesmal in Gemeinschaft mit den Bühnenexperten der Komischen Oper entwickelt wurde. Als Hintergrund-Dekoration werden atmosphärische Berlin-Features auf einer großflächigen Spezialleinwand ein stimmungsvolles Ambiente schaffen. „Die diesjährige ,quadriga‘-Verleihung ist zudem die erste Gala, die im neu gestalteten Foyer der Komischen Oper stattfindet“, erzählt erfreut Sharona Legner von dem veranstaltenden „Verein Werkstatt Deutschland“.

Als Moderatorin leitet durch den festlichen Abend die in Äthiopien geborene und in Deutschland aufgewachsene Schauspielerin Dennenesch Zoudé. Die insgesamt vier Preisverleihungen werden von wechselnden Musikeinlagen begleitet. Neben dem Chor der Komischen Oper sind diverse Musiker eingeladen, unter ihnen auch Hagen Matzeit, der gerade als Hermaphrodit Bellino in der Revue „Casanova“ im Berliner Friedrichstadtpalast für Aufsehen sorgt. Mit großer Spannung werden auch die Reden der Laudatoren erwartet. Die Laudatio für Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl wird der wegweisende Ex-Staatspräsident der UdSSR, Michail Gorbatschow, zum Thema „Kairos der Geschichte“ halten. Die Laudatio für den englischen Wissenschaftler Sir Timothy Berners-Lee, Schöpfer des World Wide Web, hält unter dem Titel „Netzwerk des Weltgeistes“ Klaus Kleinfeld, Vorsitzender des Vorstandes der Münchner Siemens AG. Die Schauspielerin Maria Furtwängler konnte gewonnen werden, um die Laudatio „Macht der Zivilcourage“ für sechs engagierte junge Frauen aus Belfast zu sprechen. Die Laudatio für das geistige Oberhaupt der Ismailiten, dem Aga Khan, hält der Präsident des Islamischen Staates Afghanistan, Hamid Karzai, der im vergangenen Jahr der Preisträger von „United we Care“ war und der Präsident der Republik Tansania Willima Benjamin Mkapa.

Insgesamt erwartet der „Verein Werkstatt Deutschland“ mehr als 1200 Gäste in der Komischen Oper. Hauptunterstützer der festlichen Preisverleihung ist die „Vattenfall Europe AG“ mit Sitz in Berlin, die ein Zeichen für gesellschaftspolitisches Engagement mit ihrer großzügigen Förderung setzen möchte, worüber die Veranstalter hoch erfreut sind, wie Marie-Luise Weinberger vom „Verein Werkstatt Deutschland“ betont, denn „in Deutschland ist es nicht so üblich, dass sich Unternehmen für neue Ideen öffnen.“ Für all jene, die keine Möglichkeit haben, an der Festivität in der Komischen Oper in Berlin-Mitte teilzunehmen, gibt es eine Gelegenheit live der Preisverleihung beizuwohnen. Die um 19 Uhr 30 beginnende Veranstaltung wird direkt vom Nachrichtensender n-tv übertragen.

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