Zeitung Heute : Mit Niedrigpreisen ins Rennen

MAURICE SHAHD

Mit Spannung erwartet und vielen Vorschußlorbeeren bedacht, hat das neue Stadtinformatiossystem " Berlin.de " einen glatten Fehlstart hingelegt.Bis heute fehlen viele der angekündigten Inhalte.Auch die Navigation auf den Webseiten von ist gewöhnungsbedürftig.Um die Funktionsweise der Benutzerführung zu verstehen, ist ein Blick in die Hilfe-Funktion unerläßlich.



Betrieben wird "Berlin.de" auf Basis einer Public-Private-Partnership zwischen dem Land Berlin und Primus-Online Berlin-Brandenburg, einer Tochtergesellschaft der Unternehmen Debis, Metro und der Berliner Volksbank.Zwischen dem Land und Primus-Online wurde ein Vertrag über zunächst zehn Jahre abgeschlossen.Der Vertrag sieht vor, daß Primus-Online die lukrative Adresse www.Berlin.de nutzen und damit Geschäfte machen kann.

Im Gegenzug verpflichtet sich das Unternehmen, sämtliche Angebote des Landes kostenlos ins Netz zu stellen und unter einer einheitlichen Benutzeroberfläche zusammenzuführen.Ziel sei es, eine virtuelle Gemeinschaft aufzubauen, die durch seine Nutzer eine eigene Dynamik entwickelt, sagt der Pressesprecher von Primus-Online, Marcel Pelletier.Nach seine Start hat das Stadtinformationssystem für große Aufmerksamkeit gesorgt.Zwischen 80 000 und 100 000 Seitenabrufe verzeichnet der Dienst täglich.Bereits 7300 Berliner haben sich eine E-Mail-Adresse mit der schicken Endung @Berlin.de eingerichtet.Über eine direkte Einwahl ist die Nutzung sämtlicher Angebote von "Berlin.de" kostenlos möglich.

Die Einrichtung einer privaten Homepage mit einem Megabyte Speicherplatz ist ebenfalls möglich.Rund tausend Nutzer haben sich zudem entschieden, Primus-Online als Provider zu nutzen.Primus-Online geht hierbei mit einem absoluten Niedrigpreis auf den Markt.Mit pauschal 19,99 DM im Monat, inklusive E-Mail-Adresse und Homepage, ist das Angebot preislich unübertroffen.Wer für ein Jahr im voraus bezahlt, überweist sogar nur 199 DM an den Provider - das entspricht 16,58 DM im Monat.

"Wir wollen mit dem Internet-Zugang kein Geld verdienen, sondern für möglichst viel Verkehr auf unseren Webseiten sorgen", erklärt Bernd Rumscheid, Geschäftsführer von Primus-Online.In drei bis vier Jahren soll "berlin-de" wirtschaftlich arbeiten.Die Anmeldung für den Dienst kann online oder über eine CD-ROM erfolgen, die kostenlos zugesandt wird.Informationen zum Internet-Zugang sind auf den Webseiten von "Berlin.de" in der Hilfe-Funktion versteckt, vor allem bei den Frequently Asked Questions.Bei Problemen hilft die Telefon-Hotline täglich von 10 bis 22 Uhr für teure 2,42 DM pro Minute.Im Geschwindigkeitstest erreicht der Dienst gute Werte.Beim Download der Testdatei wurde analog eine durchschnittliche maximale Übertragungsrate in Höhe von 4,3 Kilobyte pro Sekunde erreicht.Per ISDN lag der Durchschnitt bei 6,1 Kilobyte.Mit steigenden Nutzerzahlen könnte sich die Performance des Providers verschlechtern.

Fazit: "Berlin.de" ist als Provider aufgrund des niedrigen Preises und der hohen Geschwindigkeit eine echte Alternative.Die Service-Angebote bezüglich des Internet-Zugangs sollten auf der Homepage von "Berlin.de" deutlicher herausgestellt und besser strukturiert werden.Der Provider erhält die Bewertung "gut".

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