Zeitung Heute : Mit Tao tafeln

Exotische Wohnaccessoires bringen die große, weite Welt nach Hause

Nora Sobich

Asien, Amerika, Afrika – den Style „around the world“ muss niemand mehr im schweren Koffer nach Hause tragen. Schöne Wohnaccessoires aus fremden Kulturen gibt es auch ohne Fernreisen: exotische Solitäre für die weihnachtlichen Wunderkammern, ganz legal im Hier und Jetzt erworben. Wir haben uns im Berliner Store von Gunther Lambert (Uhlandstraße 181-183. Telefon: 030/ 881 30 36) sowie bei Frank Stüve und Gisela von Schenk in der Villa Harteneck (Douglasstraße 9. Telefon: 030/ 89 72 78 90. www.villa-harteneck.de) umgeschaut:

Glasvasen im Kolonialstil

Zu schön zur Blumendekoration. Die Vasen des belgischen Herstellers Dolce Villa lassen sich nicht die Show stehlen. Geformt wie Skulpturen, gemasert in den Farbtönen wilder Raubkatzen. „Am besten nichts hineinstellen oder nur schlichte Gräser“, rät Frank Stüve. Der belgische Koloniallook erscheint mit dieser neuzeitlich fernen Vaseneleganz wie ein Requisit aus „Jenseits von Afrika“: das aber nicht nur für eine Spielfilmlänge, sondern jeden Tag aufs Neue.

China hinter Glas

Die kleinen Kinderkimonos sind so alt und wertvoll, dass sie mit ihrer über 150-jährigen Geschichte hinter Glas gehören, original in China auf leicht gelblichem Papier gerahmt. Inmitten asiatischer Volkskunst entdeckten Frank Stüve und Gisela von Schenk auf einem Nightmarket in Hongkong auch die Puppenkimonos: Fabrikware aus bunt schillernder Seide, die erst in Berlin elegant in dunkler Wenge gerahmt wurden. Schön ist eins dieser bunten Wandschmuckbilder, noch schöner sind gleich acht.

Zen-Keramik

Ruhe entsteht beim Essen. Das weiße Keramikgeschirr Tao von Lambert ist in seiner ausgewogenen Gestalt die perfekte Symbiose aus moderner und klassisch östlicher Ästhetik. Schon vor vielen Jahren ging Gunther Lambert in Japan auf Inspirationstour. Das ausgesuchte Ergebnis kommt mit Tao auf die Tafeln. „Ideal für Sushi geeignet“, meint Hiltrud Reckels von Lambert. Aber auch Reis- oder Nudelgerichte lassen sich auf Tao in Zenoptik servieren. Ebenfalls aus Asien, aber nicht aus Japan, sondern aus China, und auch nicht aus Keramik, sondern aus dem klassischen Bone China gefertigt, ist das Tee- und Kaffeeservice Alba. Eine Entdeckung ist die Teekanne, so zauberhaft geformt, dass schon das Eingießen einer Tasse Tee zur imaginären Reise wird.

Dänisch Afrika

Der dänische Designer Søren Søsgaard ist auf exotische Wohnaccessoires spezialisiert, die ferne Welten auf die Anrichten holen und so authentisch aussehen, als wären sie Hehlerware aus dem Völkerkundemuseum. Die Vasen „Afrika“ werden aus matt schwarzem Ton gefertigt und wie kultische Gegenstände mit rotem Zwirn benäht. In ihrem Inneren versteckt sich noch ein separates Glas, damit die Vasen auch tatsächlich als solche genutzt werden können. Von Søren Søgaard stammt auch das Ledertablett mit Felleinlage aus afrikanischem Springbock. Als Tablett ist es eher unpraktisch, gesteht Frank Stüve, da Glas und Porzellan auf Fell rutschen. Als dekorativer Untersetzer mit dem Charme der Serengeti ist es unschlagbar.

Asiatisches Art-Déco

Die schwarzen Lacktische Tenno von Lambert sind formvollendet. Schicht für Schicht wird der chinesische Naturlack in alter Handwerkskunst aufgetragen. Die Oberfläche ist samtig weich und zart schimmernd. Die feinen Prunkstücke für Wohn-, Ess- oder Schlafzimmer können einzeln oder im Dreierset erworben werden. Ebenfalls in Lack gearbeitet sind die traditionellen Tempeltische bei Lambert: aus Rattangeflecht und Bambus im Norden Burmas handgefertigt.

Feines Seegras

Lange verpönt, aber jetzt in allen Varianten wieder da – die Tisch-Sets. Besonders beliebt sind die Varianten aus feinem Seegras. Osaka nennt Lambert die nach japanischem Vorbild handgewebten Tafel-Auffrischer, die in Rot, Schwarz oder Natur erhältlich sind. Ein im wahrsten Sinne des Wortes richtiger Renner sind die Osaka-Tischläufer. Sie werden nach asiatischem Brauch quer über die Tafel gelegt, um zwischen den Speisenden eine kommunikative Verbindung herzustellen.

Holländisches Horn

Die schmalen Damentaschen sind mit einzelnen, quadratischen Horn-Plättchen bedeckt und wiegen auch ohne Inhalt schon so viel wie ein gut gefüllter Nikolausschuh. Die mondänen Accessoires im zwanziger Jahre Tropic-Chic hat sich die holländische Designermarke Klevering ausgedacht. Von Klevering stammen auch die wunderbaren Fotoalben in der Villa Harteneck. Diese im klassischen China-Style gestalteten Alben lassen sich wie kleine Schatztruhen öffnen, auf der einen Seite sind sie schwarz gelackt, auf der anderen mit asiatischer Seide für die Ewigkeit bezogen.

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