Zeitung Heute : Mobil in den Frühling: Handschlag reicht nicht - Beim Gebrauchtwagenkauf auf nötige Papiere achten

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Das neue Auto muss ja nicht unbedingt ein fabrikneues Modell sein. Viele sind auch mit einem noch jungen Gebrauchten sehr gut bedient. Und das Angebot an solchen Fahrzeugen ist zum Frühlingsbeginn auch in diesem Jahr wieder so groß, dass man geradezu die Qual der Wahl hat. Erwerben kann man Gebrauchte auf vielen Wegen. Entweder bei den Neuwagenhändlern, die immer auch eine Auswahl Gebrauchter anbieten, beim reinen Gebrauchtwagenhandel oder aber von privaten Anbietern. Und es lohnt, auch im Internet zu suchen.

Bei privaten Anbietern hat man die Chance auf besonders günstige Preise, geht allerdings auch ein größeres Risiko ein. Denn umfassende Garantien, wie sie heute die meisten Neuwagenhändler für ihre Gebrauchten geben, bekommt man beim Privatverkauf nicht. Und mancher Neuwagenhändler nimmt auch beim Verkauf eines Gebrauchten das Altfahrzeug in Zahlung.

Damit man am Straßenrand oder auf einem der großen Verkaufsplätze nicht die Katze im Sack kauft, reicht es leider nicht, sich nur auf die Angaben des Verkäufers zu verlassen und den Kauf lediglich mit einem Handschlag zu besiegeln. Voraussetzung für einen sauberen Handel ist auf jeden Fall ein ordentlicher Kaufvertrag, für den die Automobilclubs entsprechene Muster bereithalten.

Wichtigstes Dokument beim Erwerb eines Autos ist der dazugehörige Kraftfahrzeugbrief. Er ist die "Geburtsurkunde" des Autos und vom Fließband bis zur Schrottpresse unverzichtbarer Nachweis legitimer und behördlich erfasster Abkunft und rechtmaßigen Eigentums. Ebenso dient er auch als Pfanddokument, das bei Finanzierungen hinterlegt wird. Zweites wichtiges Dokument ist der Fahrzeugschein. Der trägt zum Beispiel den Nachweis über zugelassene Sonderausstattungen, aber auch den Vermerk über die Fälligkeit der nächsten Hauptuntersuchung. In den letzten Jahren kam zu den notwendigen Papieren noch die Abgasuntersuchungs-Bescheinigung hinzu.

Abgerundet wird die papierne Autoausstattung schließlich durch den Befund der letzten Hauptuntersuchung. Dieses Dokument muss man zwar nicht mitführen, aber es sollte verfügbar sein. Außerdem ist es ausgesprochen hilfreich beim Verkauf, denn es lässt recht genau erkennen, wo eventuelle Schwachpunkte des Fahrzeugs liegen. Ebenfalls übergeben werden sollte das Inspektions-Scheckheft und die Bedienungsanleitung. Und ein Punkt, der beim Verkauf eines gebrauchten Fahrzeugs besonders wichtig ist, ist auch ein kompletter Schlüsselsatz. Fehlt der, dann hat man beim Diebstahl eines solchen Fahrzeugs schlechte Karten.

Damit man weiß, mit wem man es zu tun hat, sollte man sich beim Privatkauf unbedingt die Personalpiere des Verkäufers zeigen lassen. Und zu einem fairen Handel gehört, dass man das neu erworbene Auto umgehend ummeldet, denn der Verkäufer haftet sonst ein Jahr lang für die Kfz-Steuer und die Versicherungsprämie.

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