Zeitung Heute : "Money 99"-Lieferung gestoppt

Microsoft wird die Programme "Money 99", "Money 99 Plus Update" und "Money 99 Plus" in Deutschland vorübergehend nicht mehr ausliefern.Dieser Beschluß sei primär in der Euro-Umstellung in Verbindung mit Online-Banking begründet, teilte das Unternehmen jetzt in München mit.Es werde eine überarbeitete Version geben.Microsoft rechnet damit, daß diese im April 1999 fertiggestellt sein wird und zu diesem Zeitpunkt auch dem Handel zur Verfügung steht.Bisherige Money-99-Kunden könnten sie nach Fertigstellung kostenlos beziehen.Alle darin enthaltenen Verbesserungen werde Microsoft zudem parallel auf der Money-Web-Site zum Download anbieten.

Die Euro-Einführung habe zur Umstellung der Bankenserver und Börsennotierungen geführt, hieß es zur Erläuterung.Dadurch war der Zugriff auf die Banken durch die in Money mitgelieferten Bankenskripte nur teilweise möglich, was zu zahlreichen Problemen beim Online-Banking und der Konvertierung von Anlagen führte.Ein Service Release zu Money 99 werde nun auf www.microsoft.com/germany/homeoffice/money/money99support zur Verfügung gestellt.Unter dieser Web-Adresse seien auch Informationen für die Einrichtung des Bankenzugangs zu finden.

Money-Kunden, die ein überarbeitetes Programm möchten, können Anfang Februar neue Versionen von Money 99 auf der lnternet-Seite bestellen.Kunden ohne Internet-Zugang könnten sich für kostenlose Zusendung auch unter der Telefonnummer 0180-525 11 99 registrieren lassen.

Auch das Finanz-Computerprogramm "Quicken 98" der Firma Intuit liefert Wertpapier-Anlegern nach der Euro-Umstellung teilweise völlig falsche Vermögenszahlen.Das Finanzprogramm verwende bei der Aktualisierung von Fondsanteilen über das Internet zum Teil inkorrekte Kurse und rechne den Euro dabei "doppelt um", räumte ein Intuit-Sprecher in Ismaning ein.Schlimmstenfalls ist das Depot eines Anwenders nach Berechnung des Programmes damit nur noch etwa die Hälfte wert."Bei Aktien funktioniert die Umrechnung einwandfrei.Fonds dagegen sind auf unserem Server nicht als Euro-Papiere eingetragen; der Computer hält die Euro-Werte für Mark-Beträge und rechnet sie dann noch einmal in Euro um", sagte der Firmensprecher.Intuit werde jedoch "den Fehler innerhalb von Tagen" beheben.Die Software-Firma will in diesem Jahr eine neue Programmversion von dem Namen "Quicken 99" auf den Markt bringen, die voll eurofähig sein soll.

Mit Finanz-Software wie "Quicken" oder dem Konkurrenzprodukt "Money" von Microsoft können Computer-Nutzer im sogenannten Homebanking ihre Bankgeschäfte von Zuhause über die Telefonleitung abwickeln.Dabei können die Benutzer auch ihr Wertpapierdepot mit Aktien und Anteilen etwa von Aktien- oder Rentenfonts über das Programm verwalten lassen.

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