Zeitung Heute : Monteur gesucht

Der Tagesspiegel

Achsen, Familien, Neben-Partnerschaften – Frankreichs Premier Lionel Jospin bereichert in diesen Tagen die bereits bekannte Europa-Metaphorik, soweit sie sich um das deutsch-französische Verhältnis dreht, um ein paar neue Varianten. Dass Jospin nicht mehr so einfach von dem unverbrüchlichen deutsch-französischen „Motor“ sprechen will, ohne den es in der EU einfach nicht gehen kann, hat seinen Grund: Seit die EU aus ihrer Nachkriegsgeschichte herausgetreten ist, hat auch das deutsch-französische Paar seine friedensstiftende Rolle verloren. Initiativen und Briefe aus der Feder von Schröder und Blair, Allianzen der EU-Südländer, nach der Erweiterung auch ein besonderes deutsch-polnisches Verhältnis – anything goes. Das entspannt, nicht zuletzt Deutsche und Franzosen. Aber: Wenn Berlin und Paris gegeneinander arbeiten, wird auch die EU ihren inneren Zusammenhalt verlieren. Darauf hat Jospin bei seiner Grundsatzrede in Berlin hingewiesen, mit der der Wahlkämpfer aus Paris auch seinen Anspruch als Europapolitiker deutlich gemacht hat. Jospin wünscht sich neuen Elan zwischen beiden Staaten. Nach den Wahlen in beiden Ländern wird sich zeigen, wie viel Substanz für einen deutsch-französischen Neubeginn vorhanden ist. ame

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