Zeitung Heute : Motley Fool: Internetdienst gibt deutsches Angebot auf

Kurt Sagatz

Der Internetdienst Motley Fool stellt seine Tätigkeit in Deutschland weitgehend ein. Die nach dem amerikanischen Vorbild - das 1993 von den Brüdern David und Tom Gardner begründet worden war - gestaltete Website hat seit ihrem Start im Februar 2000 als Diskussionsforum privater, aber auch institutioneller Anleger bei Finanzgeschäften gedient, und erfreute sich bei der Internet-Nutzerschaft wegen der kritisch-distanzierten Betrachtungsweise der Finanzmärkte großer Beliebtheit. Wie die Pressesprecherin von Fool.de gegenüber dem Tagesspiegel bestätigte, fiel die Entscheidung gegen die Fortführung des Angebots am Mittwoch und wurde bislang erst durch einen Hinweis auf der Homepage des Finanzinformations-Dienstes mitgeteilt. Selbst die für die Anzeigenakquise zuständige Agentur Economy One war bislang nicht über den Vorgang informiert gewesen. Die bisher erschienen Inhalte von www.fool.de bleiben weiter erhalten, das Forum wird zur amerikanische Mutter zurückverlegt.

Begründet wird die Entscheidung auf der Fool-Homepage mit dem Hinweis, dass sich die Bedingungen für die Suche nach einem deutschen Partner grundlegend verändert hätten. "Wir waren nicht in der Lage, zu uns akzeptablen Bedingungen eine Partnerschaft in Deutschland auszuhandeln", heißt es im Namen des deutschen Motley-Fool-Teams mit dem Verweis darauf, dass die Panik an den Finanzmärkten auch vor den Toren der Fools nicht halt gemacht habe.

Die Besonderheit des Motley-Fool-Angebots besteht - wie bei dem US-Vorbild und der Schwesterseite in Großbritannien - darin, dass sämtliche Empfehlungen und finanziellen Anlagebewertungen unabhängig von den Interessen von Banken oder anderer Finanzdienstleister abgegeben wurden. So wurde auf den Fool-Seiten und speziell auch von den Gardner-Brüdern schon von Beginn an auf die Gefahren kurzfristiger Aktieninvestments hingewiesen.

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