„MOTORWELT“ : Das Sprachrohr

Ramstetter
RamstetterFoto: picture alliance / dpa

Kein anderes Magazin in Europa hat so viele Leser wie die ADAC-„Motorwelt“. 13,8 Millionen Exemplare (IVW. 3. Quartal) vertreibt der Verband monatlich – allerdings nicht am Kiosk. Die „Motorwelt“ wird ausschließlich an die ADAC-Mitglieder verschickt, die mit ihrem Clubbeitrag kostenfrei ein Abo beziehen, daher die enorme Auflage.

Die Zeitschrift, die seit 1945 erscheint, soll vor allem zur Meinungsbildung im Interesse des ADAC beitragen. Zahlreiche Artikel beschäftigen sich mit verkehrspolitischen Themen. „Autofahrer brauchen in Deutschland Nerven wie Stahlseile“, schreibt ADAC-Präsident Peter Meyer beispielsweise in der aktuellen Ausgabe und verweist auf „aufgeplatzte Straßen, marode Brücken, kilometerlange Staus“. Es geht im Heft um Grenzgemeinden, die wegen der geplanten Maut angeblich „im Ausweichverkehr ersticken“ könnten, und um die großen Tankstellenketten als „Abkassierer“. Zu den Schwerpunkten gehören aber auch zahlreiche Tests: Autolampen, -heizungen, -modelle, Ski- und Reiseziele werden unter die Lupe genommen. In der aktuellen Ausgabe wird auch über den ADAC-Preis „Gelber Engel“ berichtet, dessen Ergebnisse „Motorwelt“-Chefredakteur und ADAC-Kommunikationschef Michael Ramstetter manipuliert haben soll. Ramstetter legte daraufhin seine Ämter nieder. Wer das Magazin künftig führt, steht noch nicht fest, teilte eine ADAC-Sprecherin am Montag mit.

Zu den Herausforderungen des neuen Chefredakteurs wird auch gehören, die

Glaubwürdigkeit der Mitgliederzeitschrift wiederherzustellen. Denn wie unabhängig die zahlreichen Tests bisher durchgeführt wurden, dürfte nach der Manipulation am „Gelben Engel“ nun ebenfalls infrage stehen. sal

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