Zeitung Heute : Multimedia bis zum Abwinken

KURT SAGATZ

Wer in dieser Woche den Zugang zu den neuen Medien nicht findet, hat etwas falsch gemacht.In 40 Berliner Kinder- und Jugendbibliotheken wird schließlich noch bis zum Freitag ein umfassender Überblick über Edutainment und Infotainment sowie über den großen Bereich der Computerspiele gegeben."Wir wollen zeigen, daß wir für alle Medien offen sind, sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene", sagte die Generaldirektorin der Zentral- und Landesbibliothek in Kreuzberg, Claudia Lux, zur Eröffnung der 2.Multimedia-Woche der Berliner Kinder- und Jugendbibliotheken am Montag.Zugleich machte sie aber auch deutlich, daß nach wie vor nicht geklärt sei, wie Berlins Bibliotheken langfristig ihr notwendiges Engagement in die neuen Medien finanzieren sollen."Eine Woche lang können Kinder und Jugendliche nun alles tun, was Spaß macht, von CD-ROMs über Internet bis Chatrooms.Die Frage ist nur, was danach passiert." Diverse Sponsoren haben den Bibliotheken für die Multimedia-Woche Computer samt Service überlassen, doch um dauerhaft den Vermittlungsauftrag in diesem Bereich zu gewährleisten, fehlt es weiterhin an Hard- und Software sowie den Mitteln für die Internet-Anschlüsse.

Durch das Engagement zahlreicher Verlage und Multimedia-Produzenten, Weiterbildungseinrichtungen aber auch Unternehmen wie der Feuersozietät oder der AOK spielen diese Beschränkungen in der Multimedia-Woche nur eine untergeordnete Rolle.Wer sich die Chance nicht entgehen läßt, kann in Einrichtungen in 19 Bezirken die neuesten Multimedia-Produkte großer Verlage wie Tivola, Ravensburger oder Terzio anschauen und testen.Im Halleschen Komenten, dem Kinder- und Jugendbereich der Amerika-Gedenkbibliothek, ist beispielsweise auf jedem Rechner ein anderes Edutainment-Spiel eingerichtet.Während an einem Rechner gerade die TKKG-Bande ihren neuesten Fall um die verschwundenen Jade-Masken der Maya löste, lief am PC daneben "Das Grab des Pharao".Und wer den Tips und Ratschlägen von BB Jugend + Computer oder des Edutainment-Experten Thomas Feibel folgt, weiß nacher sicherlich besser, welche CD-ROMs sich beispielsweise zum Verschenken zu Weichnachten eignen.

Wichtiger Bestandteil der Multimedia-Woche ist neben der Information von Kindern und Eltern für die ZLB-Chefin aber auch die mit der Vorbereitung einhergehende Schulung der Bibliotheks-Mitarbeiter.Wer beraten möchte, braucht schließlich selbst die entsprechende Kompetenz.Die Bedeutung der neuen Medien für die Zukunft der Kinder und Jugendlichen ist auch Thema der zentralen Podiumsdiskussion am Mittwoch abend in der Amerika-Gedenkbibliothek (Beginn: 19 Uhr).Unter dem Titel "Berufliche Perspektiven der Jugendlichen in der Multimedia-Gesellschaft" wird auch darüber diskutiert, welche Anforderungen an die Medienkompetenz der Jugendlichen vom Arbeitsmarkt gestellt werden.Zu den Diskutanten gehört neben Claudia Lux und Thomas Feibel unter anderem auch Carola von Braun (Senatsverwaltung für Arbeit, Berufliche Bildung und Frauen), Mil Thierig (Tivola), Eku Wand (eku interactive) und Markus Kuschela (CidS).

Die 2.Multimedia-Woche findet noch bis Freitag in den Berliner Kinder- und Jugendbibliotheken statt.Dort liegen auch die Programme aus.Im Internet ist die vollständige Veranstaltungsliste von der Seite www.bln.de/medien abrufbar.

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