Zeitung Heute : "Musik für das Auge"

Brian Enos aktuelle Installation "Future Light - Lounge Proposal", die er für die Aula der HdK konzipiert hat, beansprucht mehr Sinne, als nur das Auge.Sie verlangt danach, gesehen und gehört zu werden.Die Atmosphäre erinnert an ein Theater: Ein mit schwarzen Vorhängen ausgekleideter Raum, Stühle, auf die sich der Besucher setzen und die vor ihm im Halbkreis angeordnete Installation betrachten kann.Und wie in einer Theateraufführung muß sich der Zuschauer auch hier Zeit nehmen.

Da seine Umgebung in Dunkel gehüllt ist, kann er sich ganz auf die variierende Komposition aus Klang, Bild und Farbe einlassen.Kann allein den Klang der gedehnten Wörter, die Eno mit seiner ungemein beruhigenden "ambient music" unterlegt, wirken lassen.Und merkt langsam, ganz langsam, daß die Wörter, denen er anfangs versucht, einen Sinn abzuringen, zerfließen, eins werden mit der Musik.Raum und Zeit scheinen sich aufzulösen.Mit seiner "ambient music" hat Brian Eno ganze Räume ausgekleidet."Ich wollte immer Musik machen, die wie Malerei funktioniert.Und keine Geschichten erzählen," sagt der 50jährige.In seine Klangwelt müsse man hineingehen - und sie wieder verlassen, wie man auch in einen Raum hineingeht und ihn wieder verläßt.Einen Beginn und ein Ende gibt es nicht.

In seiner aktuellen Installation überlagert der Künstler Video, Musik, Monitor- und Lichtskulptur."Ich möchte Orte gestalten, die sich anfühlen wie Musik, Dinge gestalten, die wie Musik für das Auge sind", sagt Eno.In seiner aktuellen Installation ist ihm das zweifellos gelungen.

Die Ausstellung "Future Light - Lounge Proposal" ist noch bis zum 4.Dezember geöffnet, täglich von 10 bis 18 Uhr in der Aula der HdK (Raum 201).Eintritt: 5 DM.

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