Zeitung Heute : Nach Erdbeben Tsunami-Angst im Pazifikraum Viele Tote in Chile Weltweite Hilfsangebote

Santiago de Chile - Eines der schwersten jemals gemessenen Erdbeben hat Chile erschüttert und mindestens 147 Menschen das Leben gekostet. Das Jahrhundertbeben am frühen Samstag erreichte die Stärke 8,8 und löste eine Flutwelle aus. Für nahezu die gesamte Pazifik-Region wurde eine Warnung vor einem Tsunami ausgerufen. Am späten Samstagabend Mitteleuropäischer Zeit trafen die ersten Tsunamiwellen auf die Inseln des US-Bundesstaates Hawaii. Eine erste Welle, die die Hauptinsel erreichte, sei rund einem  Meter hoch gewesen, berichtete der TV-Sender CNN. Die Behörden hatten bereits Stunden zuvor Alarm geschlagen, die Menschen aus flachen Küstenregionen zogen sich in höhergelegene Zonen zurück. In Neuseeland hatten die Tsunamiwellen, die nach dem Beben die Chatham-Inseln erreichten, zunächst lediglich eine Höhe von 50 Zentimetern. Die Katastrophenschutzbehörde in der Hauptstadt Wellington ließ ihren Tsunami-Alarm jedoch bestehen.

In Chile war besonders die Küstenstadt Concepción von dem Beben betroffen. Landesweit stieg die Zahl der Opfer im Verlauf des Tages immer weiter. „Die Zahl ändert sich von Minute zu Minute“, sagte die Leiterin der Nationalen Rettungsbehörde (Onemi), Carmen Fernandez, am Samstag. Bis zu 400 000 Menschen könnten obdachlos oder zumindest betroffen sein.

In der chilenischen Stadt Chillán nutzten mehr als 260 Häftlinge eines Gefängnisses das Erdbeben zur Flucht. Die Erdstöße hätten eine der Mauern der Haftanstalt zum Einsturz gebracht, teilten die Behörden mit. Die Wachen versuchten noch, die Häftlinge aufzuhalten und eröffneten das Feuer. Dabei starben drei Insassen. Mindestens vier Häftlinge seien schon zuvor durch das Erdbeben ums Leben gekommen.

Die EU und die Vereinten Nationen boten dem südamerikanischen Land Hilfe an. „Die UN, insbesondere der Nothilfekoordinator, stehen bereit“, sagte Generalsekretär Ban Ki Moon in New York. „Wir bieten schnelle Unterstützung, wenn das chilenische Volk und die Regierung das wünschen.“ Auch US-Präsident Barack Obama bot Chile Hilfe an. dpa/AFP/rtr

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