Zeitung Heute : NACHGEFRAGT

TAGESSPIEGEL: Ihr Team war 1994 die Überraschungsmannschaft in den USA, nun ist es ins Mittelmaß abgerutscht und steht bereits am Rande des Erstrunden-K.-o.Wie erklären Sie sich das?

BALAKOW: Vielleicht ist das Team zu alt, vielleicht haben wir alle vor vier Jahren unseren Zenit als Mannschaft erreicht.Leider hat hier in Frankreich kaum etwas zusammengepaßt: zuviel Unordnung im Spiel, zuwenig gegenseitige Aufmunterung.

TAGESSPIEGEL: Tatsächlich sieht es von außen so aus, als gewänne Bulgarien wenigstens einen Titel: den des Weltmeisters im Streiten.

BALAKOW: Die Unzufriedenheit ist halt groß, wenn du keinen Erfolg hast.Aber es stimmt schon: Das Betriebsklima könnte wirklich besser sein.

TAGESSPIEGEL: Besonders Ex-Mannschaftskapitän Hristo Stoitschkow spielt wieder den Dauernörgler auf dem Platz.

BALAKOW: Das geht schon seit Jahren so.Man hat sich irgendwie dran gewöhnt, daß er ständig schimpft.Das gehört offenbar zu seinem Charakter.Ob das aber normal ist, was er da tut, ist die große Frage.

TAGESSPIEGEL: Es gab Gerüchte, Sie wollten nach der WM Ihre Karriere in der Nationalelf beenden.

BALAKOW: Das stimmt.Nach dem letzten Spiel hier in Frankreich ist Schluß.Ich habe nicht mehr die Lust, mich für ein weiteres großes Turnier zu motivieren.Ich konzentriere mich dann ganz auf meinen Job beim VfB Stuttgart.

TAGESSPIEGEL: Glauben Sie noch an die theoretisch mögliche Qualifikation fürs Achtelfinale?

BALAKOW: Ich wäre am falschen Platz, wenn ich diese Chance nicht noch wahrnehmen wollte.Dazu müssen wir uns aber ungefähr um 200 Prozent steigern und nicht wie bisher immer nur eine Halbzeit lang vernünftig Fußball spielen.

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