Zeitung Heute : Nachrichten

Vom 7. bis zum 17. Februar steht Berlin erneut ganz im Zeichen der Internationalen Filmfestspiele. Und die Potsdamer Platz Arkaden sind wieder bewährter Ort des Ticketverkaufs. Dann bilden sich wie in jedem Jahr lange Schlangen von Filmbegeistertern vor den Countern. Rote Sofas stehen bereit, um kurz zwischen den Filmen auszuruhen. Am 10. Februar wird es darüber hinaus einen verkaufsoffenen Sonntag in den Arkaden geben. Cineasten und andere können an jenem Sonntag in aller Ruhe einkaufen gehen.

Gleich nebenan, im Berlinale-Palast am Marlene-Dietrich-Platz ist der Ort für die Fans. Hier finden die Premieren des Wettbewerbs statt und allabendlich präsentieren sich die internationalen Stars auf dem roten Teppich. Die ersten acht Titel des Wettbewerbprogramms stehen bereits fest: darunter unter anderem der neue Film von Doris Dörrie (Männer). In „Kirschblüten – Hanami“ erzählt sie die Geschichte des schwer erkrankten Rudi. Aus den USA kommt „There Will Be Blood“ von Paul Thomas Anderson. Die Verfilmung von Upton Sinclairs Roman „Oil“ erzählt vom sagenhaften Aufstieg eines erfolglosen Silberminenbesitzers zum US-Ölmagnaten am Beginn des 20. Jahrhunderts. Oscar-Preisträger Andrzej Wajda präsentiert sein jüngstes Werk „Katyn“. Der Film thematisiert das lange tabuisierte Massaker an tausenden polnischen Kriegsgefangenen durch den sowjetischen Geheimdienst 1940. Und mit „S.O.P. Standard Operating Procedure“ des berühmten Dokumentaristen und Oscar-Preisträger Errol Morris wird erstmals ein Dokumentarfilm im Wettbewerb gezeigt.

Nach einigen Jahren der thematischen Ausrichtung widmet sich die Retrospektive in diesem Jahr einer Person. Sie ehrt den großen spanischen Regisseur Luis Buñuel, der in diesem Jahr hundert Jahre alt geworden wäre, mit einer umfassenden Werkschau. „Luis Buñuel hat einen unbestechlichen Blick auf die ihn umgebenden Gesellschaften. Zugleich ist er jemand, für den im Film das Reale und das Imaginäre keine wirklich getrennten Welten sind“, sagt der Leiter der Retrostpektive Rainer Rother.

Mit sieben Filmen stand bereits vor Weihnachten die Hälfte des Sektionsprogramms Perspektive Deutsches Kino fest. Sektionsleiter Alfred Holighaus über die Auswahl: „Es geht um Gewalt unter Jugendlichen und in Familien. Es geht um Spiritualität, Intersexualität und den Clash der Kulturen. Die Filmemacher gehen und sehen dahin, wo es weh tut und wichtig ist.“

Die Berlinale ist nicht nur das größte Kulturereignis der Stadt, sondern auch eines der wichtigsten Events der internationalen Filmindustrie. Mehr als 19 000 Besucher aus 120 Ländern, darunter 3800 Journalisten, akkreditieren sich jedes Jahr bei den Internationalen Filmfestspielen. Das öffentliche Programm der Berlinale zeigt jedes Jahr rund 350 Filme, überwiegend Welt- oder Europapremieren. Ein Mammutereignis, das viele Stars an den Potsdamer Platz zieht, die zur Freude der Fans über den roten Teppich defilieren. Mit über 200 000 verkauften Eintrittskarten ist die Berlinale weltweit das größte Publikumsfestival. Kunst, Glamour, Party und Geschäft liegen zwei Wochen lang eng beieinander.

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben