Zeitung Heute : Nachrichten

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— Dvorak: Sinfonie Nr.9 (RCA Live)

Wie das Concertgebouw Orkest mit seinem neuen Chef Mariss Jansons Dvorak spielt, ist sensationell: elegant und energiegeladen. Der Hörer fühlt sich mittendrin: Die Amsterdamer sind schärfste Konkurrenz der Berliner Philharmoniker.

— Mozart: Frühe Sinfonien (Harmonia Mundi)

Maximilian Harnoncourt liest Briefe des blutjungen Mozart – und Opa Nikolaus erweckt jene Sinfonien zu neuem Leben, die das Wunderkind während seiner ersten Europa-Tournee komponiert hat. Resch, fesch und allerliebst!

— Joan Sutherland: Joy to the world (Decca)

Keine Lust mehr auf amerikanischen xmas-Kitsch? Wie wäre es mit Joan Sutherlands 1965er Christfest-

Mischung, kunstvolle Divendarbietungen im üppigen orchestralen Gewand, very british in der Werkauswahl.

— As time goes by (EMI)

Die Antwort der 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker auf das Programm von Klassik-Radio: Mag der Privatsender endlos Filmmusik dudeln – die Berliner setzen ihre raffiniert-virtuosen Arrangements der Kinoklassiker dagegen. Hut ab. Film ab!

— Prokofiev: Ivan the

terrible (Warner)

Leonard Slatkin und das BBC Symphony Orchestra spielen Prokofievs Musik zu Eisensteins „Ivan“-Film so, dass man sich der erschreckenden atmosphärischen Präzision dieses brillanten, stahlharten Stils einfach nicht entziehen kann.

— Violinkonzerte von Mendelssohn und Schumann (Virgin)

Bei dem Franzosen Renaud Capucon steht nie die technische Virtuosität im Vordergrund, sondern immer das Erzählen: Und von Liebe und Sehnsucht weiß dieser junge Künstler unendlich viel zu berichten.

— German Ouvertures (Deutsche Grammophon)

Eigentlich idealer Stoff für Christian Thielemann: Opernvorspiele von Weber, Wagner, Mendelssohn und Co., dazu die Wiener Philharmoniker. Doch statt Emphase hört man Grimmigkeit, statt tänzerischer Elastizität nur verbissenes Vorpreschen.

— Mendelssohn: Schauspielmusik zu Racines „Athalia“ (Hänssler)

Mendelssohn leitete einst die Bach-Renaissance ein – jetzt entdeckt Bach-Spezialist Helmut Rilling Abseitiges von Mendelssohn: Dessen filigraner Klassizismus passt bestens zur hohen Ton der klassischen französischen Tragödie.

— Schubert: Sinfonie Nr. 8 (Oehms Classics)

Es müssen nicht die Wiener Philharmoniker sein: Auch das Orchester des ORF und Bertrand de Billy bieten die „große C-Dur“-Sinfonie authentisch und klangprächtig. Der Beschenkte freut sich über einen tollen Schubert, der Schenkende über den Preis.

— Mario Lanza: The definitive Collection (BMG)

Er war der Dean Martin der Operntenöre: Was für ein schamloses Schluchzen, was für ein zuckersüße Charmieren! Ein unwiderstehlicher Canzonen-Schnulzen--Mix, der beweist: Dieser New Yorker war italienischer als jeder Old-Europe-Italiener. Unforgettable.

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