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Bereits 1984 wurde in WestBerlin ein Wettbewerb für die Gestaltung des Gestapo-Geländes neben dem Martin-Gropius-Bau entschieden. Der geplante Denkmalpark blieb ebenso unverwirklicht wie später Peter Zumthors Entwurf für ein Dokumentations- und Ausstellungsgebäude auf dem Areal.

In den Diskussionen um die Zukunft dieses Ortes der Täter tauchte zum ersten Mal die Idee eine Mahnmals für die Opfer des Holocaust auf. Ein kurz vor dem Fall der Mauer gegründeter Förderkreis favorisierte seit 1990 einen alternativen Standort südlich des Brandenburger Tores, drei Jahre später sprach sich Bundeskanzler Helmut Kohl für dieses Projekt aus.

„Wettbewerb HolocaustDenkmal entschieden“ meldete am 18. März 1995 der Tagesspiegel. Eine 15-köpfige Jury hatte unter 528 Einsendern zwei erste Preisträger ermittelt. Der Architekt Simon Ungers schlug ein Quadrat aus vier Stahlträgern von je 85 Metern Länge vor, in das die Namen von Vernichtungslagern eingestanzt werden sollten. Die vier Berliner Künstler und Architekten Christine Jackob-Marks, Hella Rolfes, Hans Scheib und Reinhard Stange planten eine begehbare Betonschräge, in die im Lauf der Jahre die Namen sämtlicher Holocaustopfer eingraviert werden sollten (siehe Foto). Der Förderkreis für die Errichtung des Mahnmals unterstützte diesen Plan, doch riefen die Monumentalität beider Entwürfe und ihre schlichte Symbolik zahlreiche Kritiker auf den Plan.

Zwei Jahre danach wurde ein neuer Wettbewerb ausgeschrieben, der wiederum kein eindeutiges Ergebnis brachte. Den Ausschlag gab wiederum das Wort Helmut Kohls, der sich für einen Entwurf von Peter Eisenman und Richard Serra entschied, ein begehbares Feld aus 4200 Betonstelen.

In der Folgezeit zog sich Serra aus dem Vorhaben zurück, die Zahl der Stelen wurde reduziert und das abstrakte Feld um einen unterirdischen „Ort der Information“ ergänzt. Offiziell eingeweiht wird Eisenmans Mahnmal im Mai 2005.

Geplant

Das Holocaust-Mahnmal

Gebaut

Das Holocaust-Mahnmal

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