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Aus den Befreiungskriegen gegen Napoleon ging die preußische Hauptstadt gestärkt hervor. Das sollte um 1820 auch im Stadtbild sichtbar werden.

Karl Friedrich Schinkel plante das Zentrum der preußischen Hauptstadt neu. Sein besonderes Augenmerk galt dem Übergang zwischen dem Schlossareal und der Allee Unter den Linden, zumal König Friedrich Wilhelm III. lieber als im Schloss im so genannten Kronprinzenpalais gegenüber dem Zeughaus wohnte. Unter anderem mit dem Bau der Neuen Wache (1818) wertete Schinkel die Lindenallee zur Prachtkulisse für Militäraufmärsche auf, die durch den Bau seiner Schlossbrücke (1824) und des Alten Museums (1830) einen eleganten Abschluss am Lustgarten erhielt.

Schinkel war aber auch – wie heutigen Stadtplanern – daran gelegen, die Allee außerhalb staatlicher Gedenktage zu beleben. Deshalb plante er neben dem Universitätsgebäude ein großes Kaufhaus nach dem Vorbild des Palais Royal in Paris.

Dort stand zu Schinkels Zeit das Gebäude der Akademien der Künste und Wissenschaften mit der Sternwarte, ein Bau aus der Regierungszeit Friedrich des Großen. In dem Vorläufer heutiger Shoppingcenter, den Schinkel 1827 zeichnete, hätten 200 Geschäfte Platz gefunden. Für die Händler waren Wohnungen in Zwischengeschossen über den Läden geplant.

Schinkels Idee war so neuartig, dass das preußische Kabinett vor einer Genehmigung zurückschreckte. So blieb das alte Akademiegebäude noch gut 80 Jahre stehen. Von 1903 bis 1914 entstand auf dem großen Grundstück nach Plänen Ernst von Ihnes ein Neubau für die Königliche Bibliothek, die heutige Staatsbibliothek Unter den Linden. Dort ist zurzeit ein neuer Lesesaal im Bau, als Ersatz für den im Zweiten Weltkrieg zerstörten Kuppellesesaal.

Geplant

Schinkels Kaufhaus

Gebaut

Staatsbibliothek

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