Zeitung Heute : "Nachtgestalten"

"Nachtgestalten" von Andreas Dresen verknüpft in Episoden das Schicksal von Menschen in einer Nacht während des Papstbesuchs: Da ist eine Obdachlose, die sich mit gefundenen hundert Mark den Traum eines Hotelzimmers mit Bad für sich und ihren Freund erfüllen möchte.Da ist ein Landwirt, dessen kitschige Vorstellung von Prostitution mit der Realität des Großstadtstrichs kollidiert und der sich dennoch verzweifelt verliebt.Und ein Möchtegern-Businessman, der widerwillig die Verantwortung für ein fremdes Kind übernimmt, das ihm in dieser Nacht über den Weg läuft.

Mit Hauptstadtglanz und Touristenansichten hat Andreas Dresens Berlinfilm nichts zu tun.Dennoch ist "Nachtgestalten" bei aller Schonungslosigkeit der Bilder eine Liebeserklärung an diese Stadt.Und eine Verbeugung vor den Menschen, für die in unserer Sprache das Wort Verlierer geprägt wurde.

Unspektakulär findet der 35jährige Andreas Dresen, dessen Debütfilm "Stilles Land" (1992) die Stimmung der Wende einfing und den Preis der deutschen Filmkritik erhielt, Komik in der Erschütterung und Schönheit im Häßlichen.Ein tragische Komödie, so hart wie der Asphalt und so anrührend wie ein Lächeln in der Großstadt.

Regie: Andreas Dresen.Darsteller: Dominique Horwitz, Meriam Abbas, Michael Gwisdek, Oliver Bäßler.

14.Februar, 17.30 Uhr

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