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Zeitung Heute : Neonazi-Opfer erhebt schwere Vorwürfe

19.02.2012 00:00 Uhr

Berlin - Wenige Tage vor der offiziellen Gedenkveranstaltung für die Opfer rechtsextremistischer Gewalt im Berliner Konzerthaus am Donnerstag hat Semiya Simsek, die Tochter von Enver Simsek, dem ersten Opfer der rechtsextremen Mordserie, schwere Vorwürfe gegen die deutschen Ermittlungsbehörden erhoben. Dem Tagesspiegel sagte sie: „Jahrelang hat die Polizei versucht, etwas aus uns herauszubekommen, was nicht da war. Man hat uns vorgeworfen, wir würden schweigen, weil wir Türken sind. Man hat uns auch nicht geglaubt, weil wir Türken sind.“ Das Versagen der Ermittlungsbehörden, vor allem des Verfassungsschutzes, habe dazu geführt, dass „ich mein Vertrauen in diesen Staat verloren habe, obwohl ich hier geboren wurde“, sagte die heute 25-Jährige.

Semiya Simsek, die im Mordjahr 2000 gerade 14 Jahre alt war, will nun am kommenden Donnerstag bei der Gedenkveranstaltung reden, „weil ich die Öffentlichkeit aufrütteln will, so etwas darf sich nie wiederholen“. Simseks Anwalt, Jens Rabe, sagte dem Tagesspiegel: „Meine Erfahrung als Opferanwalt ist, dass sich die Betroffenen vor allem eines wünschen: dass es ein Verfahren und eine öffentliche Verhandlung gibt. Und natürlich, dass die Taten aufgeklärt werden.“

Die Bundesanwaltschaft will voraussichtlich im Herbst Anklage wegen der Mordserie der Zwickauer Neonazi-Zelle erheben. Generalbundesanwalt Harald Range zeigte sich in der „Süddeutschen Zeitung“ zuversichtlich, dass bis dahin genügend Beweise vorliegen werden. Der Nachweis, dass Beate Zschäpe zur Terrorzelle gehöre, werde voraussichtlich gelingen, sagte Range. Dafür spreche etwa, dass sie mit den beiden anderen Mitgliedern des Trios jahrelang im Untergrund gelebt und dass sie ihre Wohnung angezündet habe, um Beweismittel zu vernichten. Anhaltspunkte dafür, dass sie unmittelbar an den Verbrechen beteiligt gewesen sei, gebe es aber nicht. ale

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