Zeitung Heute : Netz für die Supernova

Der Tagesspiegel

Es soll „robust“ sein, das UN-Engagement in Nahost. Robust heißt: Keine Blauhelme, sondern eine multinationale Truppe, die ihren Sicherungsauftrag wenn nötig mit Waffengewalt durchsetzt. Das entspricht etwa der von Fischer vorgeschlagenen „wirksamen Sicherheitskomponente“, die eine Entflechtung beider Konfliktparteien absichern soll. Und es geht um dasselbe „Quartett“: UN, USA, EU und Russland. Nach der Pleite, die US-Außenminister Powell bei seiner Nahostreise erlebte, startet die UN nun entlang der Fischer-Linien eine eigene Initiative. Schließlich haben die USA ihre Chance gehabt. Das heißt aber nicht, dass es die Truppe auch geben wird. Da sind einmal die Schwierigkeiten bei der Bekämpfung des Terrors: Ohne intensive Aufklärung ist daran gar nicht zu denken. Und warum sollte eine zusammengewürfelte Truppe erfolgreicher sein als die Israelis? Außerdem: Scharon ist noch weiter nach Rechts gerückt, will die Aufgabe von Siedlungen gar nicht erst diskutieren. Er bereitet sich vor auf die Auseinandersetzung mit dem noch kompromissloseren Partei-Konkurrenten Netanjahu. Ohne die Zustimmung Israels würden die USA aber eine UN-Resolution blockieren. Und auch Arafat verweigert weiter jede Sicherheitskooperation. Wie nach der Explosion einer Supernova streben die Parteien auseinander, statt zusammenzufinden. Daran werden auch gut gemeinte UN-Initiativen wenig ändern. clw

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