Zeitung Heute : "Neue Ära in Europa"

LONDON (old).Noch in der Wahlnacht griff der britische Premierminister Tony Blair zum Telefon, um Gerhard Schröder zu gratulieren.Zwar würdigte der New-Labour-Chef in einer öffentlichen Stellungnahme auch Helmut Kohls Verdienste.Vor allem seine Leistungen um die deutsche und europäische Einigung hob Blair dabei hervor.Aber der Brite machte auch keinen Hehl daraus, daß für ihn mit dem SPD-Sieg "eine neue Ära in Europa" beginnt.

Noch deutlicher drückte Außenminister Robin Cook die Hoffnungen aus, die die britische Regierung mit einem Bundeskanzler Schröder verbindet.Schröder, so sagte er, werde die britisch-deutschen Beziehungen auf eine Stufe mit den deutsch-französischen Beziehungen stellen.Zudem bedeute der Sieg der deutschen Sozialdemokraten, daß nun Großbritannien und Deutschland, "zwei der mächtigsten Länder in Europa", ähnliche politische Ziele verfolgten.

Auch die meisten britischen Zeitungen stellten zum deutschen Wahlergebnis heraus, daß nun nach Großbritannien und Frankreich auch Deutschland von einer Mitte-Links-Regierung geführt wird.Vor allem wurde an die Äußerung Schröders im Wahlkampf erinnert, Großbritannien müsse in Europa ein gleichberechtigter Platz neben Deutschland und Frankreich eingeräumt werden.Die deutsch-französische Achse, so hieß es in der britischen Presse, könnte nun zu einem deutsch-britisch-französischen Bündnis erweitert werden.Vorbehalte gab es gegen die Grünen.

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