Zeitung Heute : Neue Regeln für Eingangsrechnungen

Peter Schilling

Der Jahreswechsel hat eine ganze Reihe von steuerlichen Gesetzesänderungen mit sich gebracht. Unmittelbare Auswirkung auf das Tagesgeschäft von Unternehmen haben dabei vor allem neue Formvorschriften für Rechnungen, die seit dem 1. Januar zu beachten sind. Nicht nur, dass die eigenen Ausgangsrechnungen durch neue Mindestangaben ergänzt werden müssen – insbesondere bei den Eingangsrechnungen ist künftig Vorsicht geboten. Denn die Finanzverwaltung will den Vorsteuerabzug von der Vollständigkeit der gesetzlich geforderten Mindestangaben in der Rechnung abhängig machen. Zwar räumt sie eine Schonfrist von einem halben Jahr ein, ab dem 1. Juli 2004 jedoch besteht die Gefahr, dass der Vorsteuerabzug aus einer Eingangsrechnung vollständig entfällt, wenn diese nicht mindestens die folgenden Angaben enthält:

Name und Anschrift des leistenden Unternehmers und des Leistungsempfängers

Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des leistenden Unternehmers

Ausstellungsdatum

Fortlaufende Rechnungsnummer

Menge und Art der gelieferten Gegenstände beziehungsweise Umfang und Art der sonstigen Leistung

Zeitpunkt der Leistung oder der Entgeltvereinnahmung, sofern dieser feststeht und vom Ausstellungsdatum abweicht

Entgelt und im Voraus vereinbarte Entgeltminderungen

Steuersatz

Steuerbetrag

Gegebenenfalls Hinweis auf Steuerbefreiungsvorschrift

Kleinbetragsrechnungen bis zu einem Gesamtbetrag von 100 Euro müssen seit dem 1. Januar des Jahres neben dem Namen und der Anschrift des leistenden Unternehmers ebenfalls das Ausstellungsdatum sowie gegebenenfalls einen Hinweis auf eine Steuerbefreiungsvorschrift enthalten. Auf die Angabe der Steuernummer in solchen Rechnungen hat der Gesetzgeber buchstäblich in letzter Minute verzichtet.

Gleiches gilt für die Richtigkeit der oben genannten Angaben in einer Rechnung, zu deren Überprüfung der Gesetzgeber die Unternehmer zunächst verpflichten wollte. Dennoch ist davon auszugehen, dass die Finanzverwaltung im Rahmen von Betriebsprüfungen künftig genauer darauf achten wird, ob die Eingangsrechnungen tatsächlich zum Vorsteuerabzug berechtigen.

Der Autor ist Steuerberater und Partner bei der Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben