Zeitung Heute : Neues Angebot an Berlin

KURT SAGATZ

DeTeBerkom will Multimedia in der Hauptstadt weiter fördern- VON KURT SAGATZ

Multimedia ist in aller Munde, doch gerade Bereiche wie Bildung und Wissenschaft laufen der Entwicklung derzeit häufig hinterher.Zu diesem Ergebnis kam auch das Statusseminar zur Informations- und Kommunikationstechnologie für Bildung, Forschung und Universitäten, das der Interdisziplinäre Forschungs-Verbund Informations- und Kommunikationstechnlogie (IKV) am Freitag in Berlin veranstaltet hatte. Der Einsatz der Neuen Medien in den Wissenschaften führt mitunter zu Problemen, mit denen niemand gerechnet hat.Professor Bernd Mahr vom IKV berichtete beispielsweise von Studenten und wissenschaftlichen Mitarbeitern, die rege davon Gebrauch machen, Vorversionen von wissenschaftlichen Arbeiten vorzulegen.Das führe mitunter dazu, daß nachher niemand mehr weiß, wer sich gerade auf welche Version bezieht.Überdies verleiteten die neuen Medien auch dazu, daß "viel Schrott publiziert wird".Die hauptsächlichen Probleme im Umgang mit Internet, Online-Diensten und der Nutzung von Offline-Produkten wie CD-ROMs lägen allerdings nach wie vor in der mangelhaften technischen Ausstattung der Einrichtungen. Unzufrieden mit den technischen Voraussetzungen ist auch Nicolas Apostolopoulus vom Wirtschaftswissenschaftlichen Rechenzentrum der FU.Seine Liste der Unzulänglichkeiten ist lang und reicht von unzuverlässiger Hardware, anfälliger Software, überlasteten Netzen und inaktuellem Lernmaterial."Man darf die noch offenen Probleme der Technik nicht unterschätzen", erklärte er auf der Berliner Expertentagung.Apostolopoulus machte jedoch auch deutlich, daß an den neuen Medien kein Weg vorbeiführt.Besonders unterstrich er die positive Resonanz der Studierenden. Ein Beispiel für den konkreten Einsatz von Multimedia-Techniken an Berliner Hochschulen stammte vom TU-Wissenschaftler Klaus Rebensburg.An der Technischen Universität ist es bereits heute möglich, innerhalb eines Tages aus einem Videoband eine CD-ROM für Unterrichtszwecke herstellen zu lassen.Die CD-ROM ist dabei so programmiert, daß nach dem Einlegen automatisch ein Einführungstext im systemübergreifenden HTML-Format erscheint und die weitere Nutzung des multimedialen Datenträgers erläutert, so daß eventuell vorhandene Hemmschwellen bei den Dozenten abgebaut werden können. Auch Karl Hinrich Vöge von der DeTeBerkom Berlin vertrat die Meinung, daß es um die technischen Voraussetzungen beim Multimedia-Einsatz nicht schlecht bestellt ist.Besonders Berlin habe den Vorteil, daß es auf einen reichen Erfahrungsschatz in diesem Bereich beispielsweise durch Berkom- und Tubkom- sowie Kabelpilot-Projekte blicken könne.Gleichwohl sei der Telekom klar, daß zur weiteren Marktdiffusion der neuen Medien eine Vorfinanzierung modellartiger Projekte weiterhin notwendig sei.An die Verantwortlichen in Berlin richtete der Telekom-Vertreter die Offerte, hier erneut im Bereich Netzwerkaufbau in Vorleistung zu gehen.Einzige Bedingung: Es müsse ein schlüssiges Konzept für den Einsatz des Geldes vorgelegt werden, egal ob nun im Bereich Schulen, Universitäten oder der Telemedizin wie beispielsweise in Nordrhein-Westfalen.

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