Zeitung Heute : Neues von der Sternensaga

Eines der großen Medienereignisse dieses Jahres wird aller Voraussicht nach der neue Film der Star-Wars-Reihe sein, der in Deutschland Anfang September in die Kinos kommt.Regisseur George Lucas war jedoch nicht nur mit seinen bisherigen Filmen erfolgreich, sondern schuf als Manager mehrerer Firmenzweige mit LucasArts eine eigene und äußerst erfolgreiche Multimediafamilie.Spiele wie "Rebel Assault" oder "Grim Fandango" sind nur einige Beipiele der Fantasiewelt des Kaliforniers und seines Kreativteams.Deren neueste Veröffentlichung, "Behind the Magic", soll als Multimedia-Lexikon all jenen einen umfassenden Einblick in das Star Wars-Universum bieten, die noch nichts über Sternenkrieger und Prinzessinen wissen.Über das Lexikon und neue Videospiele sprach Gregor Wildermann mit dem Leiter des LucasArt-Entwicklungsteams, Vince Lee.



TAGESSPIEGEL: Herr Lee, welche Idee stand bei der Umsetzung von "Behind the Magic" im Vordergrund?

LEE: Unser wichtigstes Ziel war die Verwirklichung eines Multimedia-Lexikons des gesamten Star-Wars-Universums mit all seinen Personen und Raumschiffen.Dabei sollten die beiden CD-ROMs nicht nur informativ, sondern auch unterhaltsam sein.So kann man etwa Prinzessin Leia wie eine Barbiepuppe in verschiedenen Kleidern austaffieren.

TAGESSPIEGEL: In welcher Weise war George Lucas in das Projekt von LucasArts involviert?

LEE: George ist im Moment natürlich mit dem Finish des neuen Star-Wars-Films beschäftigt und hat uns immer ermutigt, möglichst kreativ und spielerisch vorzugehen.

TAGESSPIEGEL: Der Science-Fiction-Fan weiß meistens alles über seinen Lieblingsfilm.Was gibt es Neues in dem Lexikon zu entdecken?

LEE: Da LucasArts Teil des Medienkonzerns von George Lucas ist, konnten wir im Archiv der Skywalker-Ranch ohne jegliche Beschränkungen Informationen zusammentragen.Viele der Bilder oder Texte auf "Behind the Magic" sind noch nie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden, darunter auch herausgeschnittene Originalszenen des ersten Films.Somit konnten wir selbst für die größten Fans noch Neues hervorzaubern.

TAGESSPIEGEL: Wie wurden die CD-ROMs technisch umgesetzt?

LEE: Für das Grundlayout der CD-ROMs haben wir einen eigenen Multimedia-Engine geschrieben, für die weitere Bearbeitung aber ganz normale Programme wie Photoshop oder Access benutzt.Im Kernteam arbeitet etwa ein Dutzend Mitarbeiter für uns.Als Projektleiter war das tägliche Management all dieser Einzeljobs und die künstlerische Leitung des Projekts meine Hauptaufgabe.Daneben habe ich aber auch beim Programieren mitgearbeitet.

TAGESSPIEGEL: Welche Rolle spielt die neue Episode der Star-Wars-Filme?

LEE: Die CR-ROM gewährt schon jetzt einen Einblick in die Geschichte und die verschiedenen Charaktere des neuen Filmes.Wir wollten aber auch nicht zu viel verraten.Sonst ist "The Phantom Menace" keine Überraschung mehr.Das erste Videospiel zum neuen Film wird übrigens die Rennsimulation "Pod Racer" für die Spielekonsole Nintendo N64 sein.

TAGESSPIEGEL: LucasArts hat in der Vergangenheit für fast alle möglichen Plattformen Spiele entwickelt.Welchen technischen Unterschied macht die Entwicklung von Spielen für Computer-PCs, Sony Playstations oder Nintendos N64?

LEE: Bisher war die Entwicklung von Spielen auf einem PC durch die limitierten Leistungsmerkmale der Playstation oder älterer PCs beschränkt.Videokonsolen wie die N64 von Nintendo oder Dreamcast von Sega haben dies jedoch geändert und deswegen werden Datenbeschränkungen nicht mehr wichtig sein.Somit werden wir immer anspruchsvollere Spiele entwickeln können.

TAGESSPIEGEL: Generell werden Video- und Computerspiele von Jugendlichen gekauft.Welchen Rat würden sie denen geben, die selber gerne einen Job als Spieleprogrammierer anstreben?

LEE: Eine Kombination aus Kunst- und Informatikstudium ist eine gute Ausgangsposition, da man so beide Aspekte für den Multimediabereich abdeckt.Oft haben junge Leute gute Ideen kennen sich jedoch nicht im Bereich Programmierung aus.Erst mit beiden Gebieten kann man die spielerischen Möglichkeiten auch technisch umsetzten.

TAGESSPIEGEL: Wagen Sie einen Ausblick auf die Zukunft der Videospiele?

LEE: In der nahen Zukunft wird die Virtual-Reality-Technologie sicherlich sehr viel verändern und dazu führen, daß wir fast fotorealistische Welten erschaffen können.Wie auch sonst in der gesamten Computerbranche müssen aber erst schnellere Rechner her, bevor wir die ersten dieser aufregenden Spiele in den Regalen der Läden sehen.

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