Zeitung Heute : Neuköllner Geschichten

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Die Straße, in der ich wohne, heißt Kolibriweg. Der Name erinnert uns an einen Vogel. Ein Kolibri ist ein tropischer Vogel mit einem langen Schnabel. Immer wenn ich aus dem Fenster schaue, laufen ständig Menschen vorbei. Manchmal ist auch ein verrückter Mann dabei, der immer ruft: „Chicago, ich komme!“

Hülya, 3. Klasse, Laubestraße

Unsere Straße ist nicht langweilig, da passiert meistens was. Einmal kam in unsere Wohnung ein kleiner, süßer Vogel rein geflogen. Wir haben ihn eine Woche behalten und wieder frei fliegen lassen.

Tugba, 3. Klasse, Wildenbruchstraße

Eines Tages, früh morgens, als Tugba aufwachte, schien ihr die Sonne ins Gesicht. Tugba sagte „Oh ist es schön heute, ein schönes Wetter, Mutti darf ich draußen mit meinen Freunden spielen?“. „Nein Tugba, du spielst nicht, weil das da brennt!“. Sie guckte nach draußen, aber leider war das echt, und sie war traurig, dass der Hof brennt, und sie hat geweint.

Denis, 4. Klasse, Elbestraße

Ich mag meine Straße nicht, weil es in meinem Hof keinen Spielplatz gibt, und ich kann nicht im Hof spielen, weil die Omas fast immer schlafen. Wenn ich von der Schule auf dem Weg gehe, ist da ganz viel Kacke, und manchmal trete ich auf die Kacke, und das finde ich nicht gut. Und die Jungs haben von meinem Bruder das Fahrrad geklaut und das war nicht gut.

Fulden, 4. Klasse, Hermannstraße

Ich wohne in der Hermannstraße. Hermann war Cherusker. Dort gibt es viele Geschäfte und Autos und viele Bäume. Aber dort gibt es etwas nicht – was Besonderes. Zum Beispiel viele Fremde, viele Läden und das mag ich. Ich würde meine Straße gerne „Mondstraße“ nennen und warum? Mondstraße ist gelb, gelbe Farbe liebe ich.

Mouhammed, 6. Klasse, Briesestraße

Ich wohne in der Briesestraße in der 4. Etage ohne Fahrstuhl. In dem ersten Stock wohnen schwarze Leute und ihr Sohn Michael ist mein Freund. Er hat einen kleinen Bruder, er ist 4 Jahre alt und wenn er heult, dann hören wir das bis oben hin. Einmal hat unser Keller gebrannt, unsere Fahrräder – alles ist abgebrannt. Meine Eltern waren in der Türkei und wir Jungs waren bei meiner Oma. Die Feuerwehr ist gekommen und hatte die Gebäude abgesucht, ob jemand drin ist.

Solongoo, 4. Klasse, KarlMarx-Straße

In meinem Haus gibt’s auch einen riesengroßen Hof und einen Garten, da sind Zwiebeln und viele andere Sachen eingepflanzt. Einer der Bäume ist mein Lieblingsbaum. Jedes Jahr schenken wir Frau Neumann Blüten von dem Baum. Sie wohnt schon seit über 50 Jahren dort in diesem Haus. Ein paar Straßen weiter ist ein Spielplatz, da bin ich schon lange nicht mehr hingegangen. Ich bin wohl schon zu alt dafür.

Die Beiträge der Neuköllner Schüler stammen vom Projekt Kinderstrasse.org

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