Zeitung Heute : New Media Dialog für den IT-Standort Berlin

Christine Schreiber

9 000 Unternehmen, 100 000 Beschäftigte und 100 Milliarden Euro Jahresumsatz - mit diesen Zahlen kann sich Berlin als IT-Standort sehen lassen. Das meinte nicht nur Wirtschaftssenator Gregor Gysi zur Eröffnung der Aktion "Berlin makes IT better" auf der Cebit 2002 in Hannover. Eine Jobstudie des Hamburger Internet-Stellenanbieters worldwidejobs.de unterstützt die Politiker-Aussage mit zusätzlichen Zahlen: Auf der Computerfachmesse haben Berliner Arbeitgeber 123 neue Jobs zu vergeben.

Auch wenn die absolute Zahl nicht wirklich erfreulich ist, so hat sich die Hauptstadt damit einen ansehnlichen vierten Platz auf der Cebit-Job-Hitliste gesichert. Das bedeutet eine Verbesserung im Ranking um eine Position gegenüber Vorjahr - obwohl Berliner Unternehmen im Jahr 2001 noch 399 freie IT-Stellen im Angebot hatten.

Die aktuellen Zahlen für München sehen im Vergleich viel schlechter aus. Das Urteil der European Business School (EBS) von Ende vergangenen Jahres, die bayrische Metropole sei "Deutschlands Insolvenz-Hauptstadt", wird durch die worldwidejobs-Statistik voll bestätigt: 2001 hatten die Münchner noch 775 Jobs auf der Cebit zu vergeben, dieser Tage sind es gerade einmal noch 229 Angebote an Bewerber.

Am meisten lohnt sich der Cebit-Besuch für Entwickler, SAP-Berater und Systemarchitekten aus Frankfurt. Laut Statistik des Hamburger Onlinestellenmarkt-Anbieters, der Stellenausschreibungen auf den Firmenseiten von mehr als 3000 Unternehmen auswertet, bieten in der Main-Metropole angesiedelte Arbeitgeber aktuell 229 Jobs für IT-Spezialisten an (Rang 2) - im vergangenen Jahr waren es 405 (Rang 4). Hamburg mit 183 Offerten für IT-Ein- und -Aufsteiger und Stuttgart mit 119 Arbeitsplatzangeboten gehören außerdem zu den attraktiven Städten für Bits- und Bytes-Experten.

Die Aktion "Berlin makes IT better", an der sich Investitionsbank Berlin, Wirtschaftsförderung, Partner für Berlin und der Forschungsmarkt der TU beteiligen, ist Teil des Projektes "New Media Dialog". Dafür sprachen Fach- und Führungskräfte der Wirtschaftsverwaltung mit rund 150 Unternehmen der Berliner IT- und Multimedia-Branche. Ergebnis: Der IT-Standort zeichnet sich durch "lebendige und funktionierende Netzwerke" aus, besitzt eine "umfassende und gute Wissenschafts- und Forschungsinfrastruktur" (250 staatliche und private Forschungsinstitute), hat "große Potenziale in den Bereichen Ausbildung, Qualifizierung und Lehre" (allein im Bereich IT und Neue Medien sind rund 14 000 Studierende an den vier Berliner Hochschulen und elf Fachhochschulen eingeschrieben) sowie ein "reichhaltiges und interessantes Kulturangebot".

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