Zeitung Heute : Nicht besser, nicht schlechter, nur anders

CHRISTINE MEFFERT

Zahlreiche Ausstellungen zum 150.Geburtstag von Max LiebermannAm 20.Juli 1997 jährt sich der Geburtstag des Berliner Malers Max Liebermann zum 150.Mal.Aus Anlaß dieses Jubiläums werden, wie am Freitag auf der Jahreshauptversammlung der Max-Liebermann-Gesellschaft in der Akademie der Künste berichtet wurde, zahlreiche Ausstellungen in Deutschland und Österreich zu sehen sein. In der Alten Nationalgalerie wird pünktlich zum Geburtstag des Impressionisten die Ausstellung "Max Liebermann - Jahrhundertwende" eröffnet.Insgesamt werden knapp 100 Gemälde und 70 Zeichnungen und Grafiken zu sehen sein, darunter 25 Gemälde Liebermanns, so auch Porträts von Zeitgenossen und einige der Gartenbilder, die in der Wannsee-Villa des Künstlers entstanden sind.Die Wende im künstlerischen Schaffen Liebermanns um 1895, seine Orientierung an holländischen und französischen Malern werden im Mittelpunkt der Ausstellung stehen.Darüberhinaus werden zahlreiche Fotos die Biographie des Künstlers illustrieren.Max Liebermann, langjähriger Präsident der Preußischen Akademie der Künste und seit 1927 Ehrenbürger Berlins, gehörte dem jüdischen Großbürgertum an und litt in den Jahren vor seinem Tod 1935 unter der zunehmenden Behinderung seiner Arbeit durch die Nationalsozialisten.1943 nahm sich seine Frau Martha, um der Deportation zu entgehen, als 83jährige das Leben.Das Berliner Centrum Judaicum wird vom 4.Mai an in der Neuen Synagoge 25 Gemälde des Künstlers präsentieren.Die Ausstellung mit dem Titel "Was vom Leben übrig blieb, sind Bilder und Geschichten" ist eine Rekonstruktion der von der Berliner Jüdischen Gemeinde 1936 ausgerichteten Gedächtnisausstellung.Auch das Jüdische Museum in Wien wird sich vom 7.November an dem "großen deutschen Impressionisten" widmen.Schwerpunkt ist die Gegenüberstellung mit den französischen Impressionisten, gemäß den Motto Liebermanns: "Nicht besser, nicht schlechter, einfach nur anders!".Die Hamburger Kunsthalle dagegen präsentiert das Frühwerk.Die Ausstellung "Max Liebermann - der Realist" ist dort vom 7.November 1997 bis zum 25.Januar 1998 zu sehen, danach wandert sie nach Frankfurt am Main und Leipzig. In Berlin wird die Galerie "Mutter Fourage" die Geschichte der Wannsee-Villa Liebermanns nach dem 2.Weltkrieg dokumentieren.Villa und Garten, häufiges Motiv des Malers, dienen seit 1971 einem Tauchclub als Vereinsgelände.Rolf Budde, Vorsitzender mittlerweile 175 Mitglieder zählenden Liebermann-Gesellschaft, verhandelt zur Zeit mit dem Bezirk Zehlendorf und dem Sportclub über ein Ersatzgrundstück, um die Wannsee-Villa als Liebermann-Haus wieder Kunstinteressierten zugänglich machen zu können.Doch selbst wenn Bezirk und Verein einem Tausch zustimmen sollten, sei mit der Nutzung des Liebermann-Hauses als Ausstellungszentrum nicht vor dem Jahre 2001 zu rechnen.CHRISTINE MEFFERT

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