Zeitung Heute : Nichts los ohne Flash & Co.

Kurt Sagatz

Die Webseite der Rockband Bonfire ist Multimedia pur. Die Internet-Präsenz wurde komplett mit der von Macromedia entwickelten Programmierumgebung Flash gestaltet. Die kleine Flamme über dem Schriftzug ist nur eine der Spielereien, die mit Flash möglich sind. Auch ansonsten ist auf der Bonfire-Seite alles in Bewegung, vorausgesetzt, man hat den entsprechenden Player installiert. Bei neueren Versionen des Microsoft Internet Explorers oder des Netscape Navigators geschieht das automatisch bei der Standardinstallation. Doch gerade in Unternehmensnetzwerken wird diese Option häufig deaktiviert.

Es sind vor allem Sicherheitsbedenken, wenn hinter den Firewalls der Unternehmen kein Multimedia genossen werden kann. Der Grund ist einfach: Um die Webseiten durch Animationen attraktiver zu machen, müssen die Programmierer die Grenzen der Internet-Sprache HTML verlassen. Mit der Internet-Sprache sind zwar bereits eine Reihe von optischen Verbesserungen möglich, doch viel weiter als zur besseren grafischen Aufbereitung und zur Bebilderung von Texten reicht das nicht. Wenn Seiten richtig bewegt daherkommen sollen, sind andere Techniken nötig: Java-Zusätze, ActiveX-Programme, Flash-Sequenzen – bei all diesen Erweiterungen wird jedoch eine Programmsequenz auf den Rechner geladen und dort ausgeführt. So lange es nur multimediale Gimmicks sind, ist alles in Ordnung. Doch genauso gut kann es sich um bösartige Software handeln, die den Computer anweist, Dateien zu löschen oder Passwörter zu verraten. Kein Wunder also, dass in vielen Firmen den Multimedia-Anwendungen ein Riegel vorgeschoben wird. Entweder werden die Inhalte gleich an der Firmen-Firewall abgeblockt oder die Funktionen des Browsers werden eingeschränkt.

Nicht gefährlich, dafür aber sehr teuer sind Musik oder Filme im Internet. Auch dafür sind spezielle Programme nötig. Zu Windows gehört der Media-Player, bei Apple ist Quicktime ab Werk dabei. Netscape-Nutzer erhalten bei der Installation eine Version des Real-Players. Die Webseiten-Betreiber bieten zumeist Downloads oder Multimedia-Streams in mehreren Formaten an.

Doch für alle Techniken gilt: Was nützt die schönste und durchgestylteste Internet-Präsenz, wenn keiner sie bewundern kann?

Mehr zum Thema:

www.macromedia.com/de/

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