Zeitung Heute : Nissan Off Road: Pathfinder mit neuem Herz

Ingo von Dahlern

Er ist das Luxusmodell unter den Off-Roadern von Nissan - der seit 1998 angebotene Pathfinder, der 1999 eine neue Front und Heckpartie erhielt und vor allem ein neues Antriebskonzept. Denn die im Gegensatz zum schweren Patrol ohne Leiterrahmen auskommende Limousine unter den Geländewagen mit ihrem komfortbetonten Fahrwerk mit einzeln aufgehängten Rädern an der Vorderachse und der Luxusausstattung im Innenraum bekam damals den von Nissan selbst entwickelten variablen "All-Mode 4WD-Allradantrieb. Nun kommt zum Jahresbeginn eine weitere technische Verbesserung hinzu. Das ist ein rundum neues Triebwerk.

Der bislang angebotene und schon ein wenig angejahrte 3,3-Liter-Zweiventiler mit Grauguss-Block ist jetzt einem modernen 3,5-Liter-Vierventiler gewichen, der komplett aus Leichtmetall gefertigt ist. Der im Pathfinder längs eingebaute neue V6 entwickelt eine Leistung von 162 kW (220 PS) und liefert im Unterschied zum Vorgänger, der 266 Nm bereitstellte, nun ein höchstes Drehmoment von 323 Nm, die bei 3200/min verfügbar sind.

Damit ist der Pathfinder noch anzugsstärkler und elastischer geworden und tritt beinahe schon sportlich auf. Denn für den Spurt aus dem Stand auf Tempo 100 reichen dem immerhin knapp zwei Tonnen schweren Allradler ganze 10,3 Sekunden. als Höchstgeschwindigkeit sind 175 km/h möglich. Bei diesem Tempo allerdings fließen auch erheblich mehr als die durchschnittlich 14,5l/ 100 km Normverbrauch durch die Einspritzventile des bulligen Sechszylinders, der die Abgasnorm Euro 3 erfüllt.

Mit dem geradezu bulligen neuen Triebwerk mit variablen Ventilsteuerzeiten und variablem Einlassystem unterstreicht der Pathfinder seinen Anspruch als komfortabler Reisewagen. Daneben ist er allerdings auch ein kraftvolles Zugfahrzeug, das im Unterschied zum Vorgänger, der 1700 Kilo an den Haken nehmen konnte, nun problemlos 2300 Kilo schleppen kann. An die Antriebsräder gelangt die Kraft des neuen V6-Motors über ein künftig zur Serienausstattung gehörendes Viergang-Automatikgetriebe. Das leitet die Motorkräfte beim All-Mode 4WD-Antrieb normalerweise an die Hinterräder weiter.

Per Drehschalter in der Mittelkonsole kann man sich allerdings auch für den Auto-Modus entscheiden. Dann wird im Verteilergetriebe eine Mehrscheiben-Ölbadkupplung, eine so genannte Lamellenkupplung aktiviert. Die wird elektronisch angesteuert und per Öldruck mehr oder weniger stark zusammengepresst. So kann das Motordrehmoment variabel zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt werden.

Die optimale Aufteilung errechnet ein Steuergerät aus den aktuellen Traktionsbedingungen und leitet dann die jeweils erforderliche Kraft an die Vorderräder des Pathfinder weiter - vollautomatisch und ohne dass man als Fahrzeuglenker irgendwelche Hebel oder Schalter bedienen muss. Neben der Stellung "Auto" für diese variable Kraftverteilung kann man auch eine gleichmäßige Kraftverteilung von je 50 Prozent auf jede Achse und für schwieriges Gelände außerdem noch eine spezielle Geländeuntersetzung wählen.

Der fünfsitzige Pathfinder bietet einen 434 Liter fassenden Kofferraum, der sich bei Bedarf auf 757 Liter erweitern lässt und bei dachhoher Beladung sogar 1670 Liter fasst, wobei kein Reserverad stört. Denn das hat seinen Platz unterm Fahrzeugboden des Nissan Pathfinder. Zur bereits umfangreichen Serienausstattung des Pathfinder gehört nun auch der Tempomat, die Komfortschaltungen für die Fensterheber an beiden Vordertüren und das elektrisch betätigte Schiebedach. Beheizbar sind neben den Vordersitzen jetzt auch die beiden äußeren Sitze im Fond. Der Pathfinder 3,5 V6 Automatik kostet 74 900 DM. Einziges Extra ist eine Metallic- oder Mineraleffekt-Lackierung für 900 DM.

Tagesspiegel - Debatten


Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben