Zeitung Heute : Nobelpreis für Inspekteure von C-Waffen Weltweites Lob,

Kritik aus Russland.

Berlin - Die Verleihung des Friedensnobelpreises an die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) ist international weitgehend begrüßt worden. Kanzlerin Angela Merkel lobte die OPCW für ihren „wichtigen Beitrag für die Kontrolle und Beseitigung unmenschlicher Waffen“. US-Außenminister John Kerry zeigte sich erfreut, dass „die Tapferkeit und Entschlossenheit“ der OPCW-Mitarbeiter ausgezeichnet wurde. Deren Arbeit zur Vernichtung der syrischen Chemiewaffen sei eine „bedeutende Mission“. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nahm die Verleihung des Preises zum Anlass, auch mit Blick auf Syrien vor den anhaltenden Bedrohungen durch Giftgasarsenale zu warnen. Der einflussreiche russische Außenpolitiker Alexej Puschkow dagegen twitterte: „Der Friedensnobelpreis ist zu einem Vorschuss verkommen: zuerst an Obama für schöne Reden, aber nicht für Taten, und nun für die OPCW, die ihre Arbeit in Syrien erst begonnen hat.“

Dagegen sagte OPCW-Generaldirektor Ahmet Üzümcü, die Experten seiner Organisation wollten sich bei ihrem Einsatz zur Vernichtung der syrischen Chemiewaffen des in sie gesetzten Vertrauens würdig erweisen. Der Giftgasangriff im August habe auf tragische Weise gezeigt, dass die Aufgabe der Vernichtung solcher Waffen aktuell sei. „Unser Mitgefühl gilt den Menschen in Syrien, die Opfer des Horrors chemischer Waffen wurden“, sagte Üzümcü. Hauptaufgabe der rund 500 Mitarbeiter ist es, die Chemiewaffenkonvention von 1997 zu überwachen. Diese verbietet Entwicklung, Produktion und Einsatz derartiger Waffen. Zudem kontrollieren OPCW-Inspekteure die Zerstörung vorhandener Waffenarsenale.

In Syrien sind derzeit 31 Inspekteure im Einsatz. Der frühere OPCW-Inspekteur Stefan Mogl, der 2012/13 dem wissenschaftlichen Beirat der Organisation vorsaß, geht davon aus, dass „die Aufgabe technisch zu bewerkstelligen ist“. Zwar würden „vermutlich nicht alle Bestände bis Mitte 2014 unwiederbringlich vernichtet“ werden, vermutet er. cir

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