Zeitung Heute : NORWEGEN TRÄUMT 20 MINUTEN VOM ACHTELFINALE: Dudelsack-Pfeiffer schon stumm

BORDEAUX (sid).Norwegens "Wikinger" träumten in Bordeaux nur 20 Minuten vom Einzug ins Achtelfinale.Am Ende aber reichte der Treffer von Werder Bremens Havard Flo 30 Sekunden nach dem Wiederanpfiff nicht zum Sieg gegen die tapfer kämpfenden schottischen "Highlander".Craig Burley hielt die "Bravehearts" mit seinem Tor in der 66.Minute zum 1:1 (0:0)-Endstand am Leben.Zunächst hatten die "Wikinger" schon mit einem Bein im Achtelfinale gestanden, nachdem Werder Bremens Stürmer Havard Flo 30 Sekunden nach der Halbzeitpause die Norweger in Führung gebracht hatte.Für wenige Minuten waren die schottischen Fans und Dudelsack-Pfeiffer verstummt, bevor nach dem Ausgleichstreffer durch Graig Burley in der 66.Minute die Anhänger von der britischen Insel stimmgewaltig wieder erwachten.

30 236 Zuschauer hatten den ausverkauften Parc Lescure in Bordeaux in einen farbenfrohen Hexenkessel verwandelt.Auf der einen Seite in Landestracht mit Kilt und Mützen bekleidete Schotten, auf der anderen Seite in roten Hemden und mit bemalten Gesichtern die Norweger, einige unter ihnen sogar mit Wikinger-Helmen.Schon am Abend vor dem Spiel hatten sich beide Fan-Gemeinden in der Stadt verbrüdert und gemeinsam gefeiert, in den Stunden vor dem Spiel sorgten die Fans rund um das Stadium für ein Fußballfest.

Norwegens Coach Egil Olsen war auch im 85.Spiel seiner Amtszeit der Devise treu geblieben, niemals zweimal in Folge mit der gleichen Mannschaft aufzulaufen."Drillo", wie der norwegische Trainer und passionierte Gummistiefelträger genannt wird, hatte gegenüber dem 2:2 im Auftaktspiel gegen Marokko drei Änderungen vorgenommen.Unter anderem hatte es Ole Gunnar Solskjaer, den milchgesichtigen Stürmer-Star von Manchester United erwischt.Wieder mit dabei waren allerdings die beiden Bundesliga-Profis Havard Flo und Kjetil Rekdal von Hertha BSC Berlin.

Schottlands Coach Craig Brown dagegen hatte auf die gleiche Formation vertraut, die im Eröffnungsspiel nur knapp 1:2 gegen Weltmeister Brasilien verloren hatte.Die "Highländer" erwischten auch den besseren Start und hätten schon nach vier Minuten in Führung gehen können, doch ein Kopfball von Christian Dailly verfehlte knapp das norwegische Tor.

Die Norweger kamen erst nach einer knappen halben Stunden zu ihrer ersten Möglichkeit, doch Roar Strand scheiterte aus kurzer Distanz am schottischen Torwart-"Oldie" Jim Leighton.Jubeln ließ die norwegischen Fans erst Flo, der nur 30 Sekunden nach Beginn der zweiten Halbzeit völlig freistehend per Kopf eine Flanke von Vidar Riseth verwertete.Wegbereiter des schottischen Ausgleichs war der erst kurz zuvor eingewechselte David Weir, der den Torschützen Burley mit einem langen Paß aus der eigenen Hälfte freispielte.Dieser nutzte seine Chance clever.

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