Zeitung Heute : Null in Gold

ANNA-LOUISE HÜBNER

Neue Adresse: Die Galerie Fahnemann jetzt Unter den LindenNach zehn Jahren Galeriearbeit in der renommierten Fasanenstraße im Westen Berlns und weiteren fünf Jahren verstärkten Engagements im Bereich druckgraphischer Editionen hielt Clemens Fahnemann den Zeitpunkt für eine Veränderung gekommen und zog Anfang Mai in die noch renommiertere Prachtstraße im Osten der Stadt um. Seinem Anspruch entsprechend, ein "hochkarätiges Forum für internationale Positionen zeitgenössischer Kunst zu sein", hätte die Standortwahl nicht passender sein können: im "Haus Pietzsch", Unter den Linden/Ecke Neustädter Kirchstraße, 1995 nach einem Entwurf Jürgen Sawades fertiggestellt und benannt nach seinem Mitinvestor und Mäzen der Berliner Nationalgalerie Heiner Pietzsch, der selbst den offen gestalteten Treppen- und Galerietrakt nutzt, um einige Bilder seiner Sammlung zu präsentieren, hat sich Fahnemann seinen neuen Showroom eingerichtet. Die beiden Schaufenster sind mit milchig weißen Pergamentjalousien verhangen, nur die gläserne Eingangstür erlaubt einen Blick in den puristisch gestaltenen Galerieraum.Weiße Wände, klares Licht und heller Boden bilden den Hintergrund für jeweils eine Arbeit drei Künstler Günter Förg, Imi Knoebel und Robert Mangold.Alle drei sind seit Jahren der Galerie verbunden.Förg ist mit einem fast die gesamte Wandfläche einnehmenden monochromen "Gitterbild" aus dem Jahr 1996 (100 000 DM) vertreten, Knoebel präsentiert ein frühes "Bürobild" von 1976, eine unregelmäßig aus Holz ausgesägte, quergelegte Null in Gold (140 000 DM), und Mangold ist mit einem orange-braunem Dyptichon aus der Serie Plane/Figure von 1994 zu sehen (120 000 Dollar).Jede Arbeit ist in der ihr eigentümlichen künstlerischen Haltung Ausdruck einer Modernität, die ihren Ursprung in der Auseinandersetzung mit den Problemen der Malerei hat und den Begriff Abstraktion auf ganz unterschiedliche Weise verkörpert.ANNA-LOUISE HÜBNER Galerie Fahnemann, Unter den Linden 42, bis 5.Juli; Dienstag bis Freitag 15-19 Uhr, Sonnabend 12-16 Uhr.

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