Zeitung Heute : ÖSTERREICHER FEIERN AN DER SEINE: "Sissi" läßt grüßen

PARIS (sid).Samba vor dem Stade de France, Wiener Walzer auf der Seine: Österreich und Brasilien haben zumindest etwas gemeinsam, wenn auch nicht die große Fußball-Erfolgsgeschichte.Die beiden Länder sind die einzigen der 32 Teilnehmer, die ihren Fans während der WM-Endrunde auch attraktive Randangebote liefern.Während die Brasilianer beim Stade de France im "Village brazilian" feiern, residieren die Österreicher auf der Seine auf einem Hausboot namens "Princess Elizabeth" - das "Sissi-Jahr" 1999 läßt grüßen.

Von heißen Samba-Rhythmen bis zum langsamen Walzer wird den Fußball-Fans und deren vielleicht nicht so in den Ball vernarrten Begleitungen im brasilianischen Dorf alles geboten, inklusive der kulinarischen Genüsse.Allerdings müssen die Besucher für Tanz und Essen 50 Franc Eintritt bezahlen.Auf dem Österreicher-Boot ist der Zutritt kostenlos.

Die Österreicher bieten das Austria-Haus, das bei Olympischen Spielen seit Jahrzehnten zur Tradition gehört, erstmals auch bei einer Fußball-WM an.Bei Heurigen-Athmosphäre soll die WM als Anlaß dienen, die Stadt Wien und Österreich in Paris attraktiv zu präsentieren.Auf dem Schiff mit Wiener "Schani-Garten", das am Kai der Pont Mirabeau verankert liegt, wird das Wiener Kulturleben in seinen verschiedensten Facetten präsentiert.Auf dem Programm: Liederabende, Schrammel-und Salonmusik wie zu Johann Strauß-Zeiten, Modevorführungen und Interviews mit Sport-Stars.Als besonderen Gag wird die Nationalmannschaft am 22.Juni gemeinsam mit Udo Jürgens den WM-Song "Wunderknaben" zum Besten geben.

Zur "Schlemmertour" am von Wiens Spitzenköchen kreierten "Table imperial" treffen sich täglich Prominente aus Sport, Kultur und Politik.Am Abend tritt kein geringerer als Österreichs einstiger Torjäger Hans Krankl als Animateur auf.Sämtliche Zutaten, Weine und Spezialitäten werden aus Wien eingeflogen und vor Ort zubereitet.Am 13.Juni wurde anläßlich des "Sissi-Jahres" ein karitativer Abend mit Modeschau und Versteigerung durchgeführt.Der Reinerlös kommt der österreichischen Krebsforschung zu Gute.

An die "echten" Fußball-Fans wurde allerdings auch gedacht.Alle Begegnungen werden auf dem Schiff auf einer Großleinwand übertragen.Weil das französische Organisationskomitee (CFO) unter der Ägide seines Co-Präsidenten Michel Platini 25 Millionen Anfragen für die 2,5 WM-Karten hatte, entschloß sich der WM-Veranstalter, in allen zehn WM-Städten Großbildleinwände aufzustellen.Sie laden zum kostenlosen Besuch ein.

So stehen in Marseille am berühmten Prado-Strand zwei Leinwände, die 20 000 bis 30 000 Fußball-Enthusiasten die WM erleben lassen können.Die Stadt Nantes hat im Zentrum neben dem Riesenfernseher eine künstliche "CopacabaNantes" mit Sand und Samba geschaffen.Sieben Leinwände stehen in Paris, die mit 118 Quadratmetern größte ist im Hippodrom im mondänen Westen der Hauptstadt aufgebaut.Der Anfang für eine stimmungsvolle WM in allen Städten ist gemacht.

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