Zeitung Heute : Opel: Wir haben kein Geldproblem

Berlin - Während Bundesregierung und Länder über Details einer Milliardenbürgschaft für Opel verhandeln, wehrt sich der Automobilbauer selbst gegen den Verdacht einer Krise. „Wir haben kein Geldproblem“, sagte der stellvertretende Aufsichtsratschef und Opel-Betriebsrat Klaus Franz dem Tagesspiegel. Grund für den Antrag auf eine Staatsbürgschaft sei allein „Vorsorge“ für den Fall einer Insolvenz von General Motors (GM). Franz betonte, auch die deutsche Opel GmbH habe ein Interesse daran, dass deutsche Steuergelder nicht in die „schwarze Box“ nach Amerika fließen. Ob und wie eine dafür notwendige Trennung von Opel und General Motors möglich ist, ist allerdings noch offen.

Nach mehreren Spitzentreffen des Opel-Managements mit der Bundeskanzlerin, dem Vizekanzler und Ländervertretern warnte der Opel-Betriebsrat die Politik davor, die Lage seines Unternehmens zur eigenen politischen Profilierung zu nutzen. Man müsse „aufpassen, dass mit Opel kein Wahlkampf betrieben wird“. Dies könnte zur Gefahr für Zehntausende deutsche Jobs bei Opel und Zulieferern werden, sagte Franz.

Bund und Länder haben am Dienstag mit der Prüfung staatlicher Hilfen für Opel begonnen. Bis Weihnachten soll über eine Bürgschaft entschieden werden. Der Präsident der Euro-Gruppe, Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Claude Juncker, schlug Hilfen für die Autobranche auf europäischer Ebene vor. Es habe „wenig Sinn, wenn Deutschland, Frankreich oder Italien jetzt einzeln versuchen, ihre Autoindustrie zu schützen“.

Der Vorsitzende des Sachverständigenrates, Bert Rürup, warnte hingegen vor Hilfen an einzelne Unternehmen. Er plädierte vielmehr für eine europäische Koordinierung aller nationalen Konjunktur- und Hilfspakete. asi

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